Mit Anschlägen gedroht, Auto gesprengt: Heute Urteil gegen Daimler-Erpresser?

Stuttgart - In Stuttgart könnte am Dienstag (9 Uhr) ein Urteil fallen gegen einen Mann, der dem Daimler-Konzern mit Anschlägen gedroht und eine A-Klasse in die Luft gesprengt haben soll.

Die Konzernzentrale von Daimler in Stuttgart.
Die Konzernzentrale von Daimler in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa

Zunächst können Staatsanwaltschaft und Verteidigung nach Angaben eines Sprechers des Landgerichts ihre Plädoyers vortragen, danach werde ein Urteil gesprochen. 

Die Anklage spricht von besonders schwerer versuchter räuberischer Erpressung und dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen vor, in Berlin eine A-Klasse in die Luft gesprengt und mit Quecksilber- und Bombenanschlägen auf Mercedes-Fahrer gedroht zu haben. 

Der mutmaßliche Erpresser soll dem Daimler-Konzern in mehreren E-Mails über Monate unterschiedliche Millionen-Forderungen gestellt haben.

DNA-Spuren an den Überresten einer explodierten Rohrbombe hatten auf die Spur des Angeklagten geführt.

Update, 15.24 Uhr: Daimler-Erpresser gesteht vor Gericht

Der 31-jährige Angeklagte hat ein Geständnis abgelegt. Über seinen Rechtsanwalt räumte er vor dem Stuttgarter Landgericht ein, zwischen Dezember 2019 und dem vergangenen April unter einem Pseudonym in E-Mails Geld vom Konzern gefordert und mit Anschlägen gedroht zu haben. In einem Fall sei es um 25 Millionen Euro gegangen. "Er steht dazu, dass er sie erstellt und versandt hat. Die Idee hat er nicht selbst entwickelt, sondern aus dem Umkreis mitbekommen", sagte der Verteidiger.

Der Angeklagte erklärte über seinen Anwalt zudem, er habe in Berlin unter einer A-Klasse eine Rohrbombe zur Detonation gebracht. Mit dem Sprengsatz sollten aber keine Menschen verletzt werden. Deshalb habe er eine ruhige Gegend in Berlin ausgewählt. 

DNA-Spuren an den Überresten der explodierten Rohrbombe hatten auf die Spur des Angeklagten geführt. Auf einem Laptop aus der Wohnung des 31-Jährigen in Berlin konnten nach Aussage eines Ermittlers zudem einige der Erpresserschreiben an den Daimler-Konzern wiederhergestellt werden.

Die Anklage spricht von besonders schwerer versuchter räuberischer Erpressung und dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Ein Urteil könnte noch in dieser Woche fallen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0