Insolvenz-Prozess von Windreich: Angeklagter Firmengründer bedauert seine Unschuld

Stuttgart - Der Prozess um die Windreich-Insolvenz gegen Firmengründer Willi Balz (60) neigt sich dem Ende zu.

Willi Balz (60, rechts im Bild), Gründer des Energie-Unternehmens Windreich AG, steht zum Auftakt des Prozesses um die Insolvenz des Windpark-Projektentwicklers Windreich im Gerichtssaal.
Willi Balz (60, rechts im Bild), Gründer des Energie-Unternehmens Windreich AG, steht zum Auftakt des Prozesses um die Insolvenz des Windpark-Projektentwicklers Windreich im Gerichtssaal.  © Fabian Sommer/dpa

Am Mittwoch (9 Uhr) will die Verteidigung mit ihrem Plädoyer vor dem Stuttgarter Landgericht beginnen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte fünf Jahre und drei Monate Haft für den 60 Jahre alten Angeklagten, weil er falsche Angaben in der Bilanz des Windpark-Entwicklers für das Jahr 2010 gemacht habe.

Der frühere Unternehmer ist unter anderem wegen Insolvenzverschleppung, Bilanzmanipulation, Insiderhandels und besonders schweren Betrugs angeklagt.

Prozess um Angriff bei Corona-Demo: Lange Haftstrafen gefordert!
Gerichtsprozesse Stuttgart Prozess um Angriff bei Corona-Demo: Lange Haftstrafen gefordert!

Der Windpark-Projektentwickler Windreich hatte 2013 Insolvenz angemeldet. Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, dass die Unternehmensgruppe schon sehr viel früher zahlungsunfähig gewesen sei und Balz das gewusst, aber trotzdem seine Geschäfte fortgeführt und damit enormen Schaden angerichtet habe.

Der Angeklagte hatte in dem seit Sommer 2019 laufenden Verfahren immer wieder seine Unschuld beteuert.

Update: 15.39 Uhr

Verteidigung fordert Freispruch

Im Prozess um die Windreich-Insolvenz hat die Verteidigung von Firmengründer Willi Balz am Mittwoch Freispruch gefordert.

Rechtsanwalt Philipp Kauffmann sagte vor dem Landgericht Stuttgart, es sei keinerlei strafrechtlich relevanter Schaden entstanden. Der Windpark-Entwickler sei jederzeit zahlungsfähig gewesen. "Liquidität war da."

Zugleich kritisierte er, dass die Anklage jahrelang bei Gericht gelegen und nichts passiert sei. Die Staatsanwaltschaft hatte für Balz fünf Jahre und drei Monate Haft beantragt. Sie wirft ihm unter anderem vor, falsche Angaben in der Bilanz des Jahres 2010 gemacht zu haben.

Der 60 Jahre alte Balz bekräftigte: "Ich habe weder getäuscht noch betrogen." Vielmehr sei es die Durchsuchung der Staatsanwaltschaft im März 2013 gewesen, die letztlich zur Insolvenz geführt habe, hatte er argumentiert. Windreich hatte im September 2013 Insolvenz angemeldet.

Das Unternehmen ist laut Anklage seit Ende März 2012 zahlungsunfähig gewesen. Neben Banken und Investoren habe Balz gleichfalls eine Vielzahl kleinerer Gläubiger geschädigt.

Mit geschönten Bilanzen habe er zugleich 125 Millionen Euro bei Anlegern eingesammelt. Das Urteil ist für den 2. Dezember geplant.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Stuttgart: