Explosiv und giftig: Tonnenweise Chemikalien geklaut, Haus darf bis heute nicht betreten werden

Karlsruhe - Weil er große Mengen zum Teil hochgiftiger Chemikalien gestohlen haben soll, steht ein 46 Jahre alter Mann von Dienstag (9 Uhr) an vor dem Landgericht in Karlsruhe.

Der Prozess findet am Karlsruher Landgericht statt. (Archiv)
Der Prozess findet am Karlsruher Landgericht statt. (Archiv)  © Uli Deck/dpa

2014 ließ die Polizei 25 Tonnen der gefährlichen Stoffe aus dem Haus seiner Eltern in Eppingen (Kreis Heilbronn) herausholen. 

Ein großer Teil der Chemikalien war explosiv, mehr als vier Tonnen sehr giftig. Auch Zyankali befand sich damaligen Angaben zufolge darunter. 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Diebstahl. Der Chemielaborant soll die Stoffe bei seinem damaligen Arbeitgeber, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), entwendet haben.

Das Haus darf nach Angaben der Stadt bis heute wegen der Belastung unter anderem mit Bor, Strontium, Barium, Quecksilber und Blei nicht betreten werden.

Die Chemikalien waren wegen unsachgemäßer Lagerung in Tapeten, Putz, Mauerwerk, Balken und Böden gezogen. Regelmäßig werden Messungen in dem Gebäude vorgenommen.

In der Nähe befinden sich ein Kindergarten und eine Grundschule. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage vorgesehen.

Angeklagter gesteht Diebstahl und Lagerung der Chemikalien

Update 11.48 Uhr: Der Angeklagte hat vor dem Landgericht gestanden, tonnenweise Chemikalien gestohlen und in seinem Elternhaus gelagert zu haben. Er habe aus Interesse an der Chemie Versuche durchführen und ein neuartiges Isoliermaterial entwickeln wollen, sagte der 46-Jährige zum Auftakt des Diebstahlsprozesses.

Die Beteiligten einigten sich in einem Verständigungsgespräch auf eine Bewährungsstrafe zwischen 20 und 24 Monaten sowie eine Arbeitsauflage von etwa 150 Stunden.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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