Mit Sektflasche Bekannten erschlagen: Mordprozess

Mannheim - Er soll einen Bekannten mit einer Sektflasche erschlagen haben - deshalb muss der zur Tatzeit 33-Jährige sich ab Donnerstag (9 Uhr) wegen Mordes vor dem Landgericht Mannheim verantworten.

Dem Angeklagten droht in seinem Mordprozess lebenslange Haft. (Symbolbild).
Dem Angeklagten droht in seinem Mordprozess lebenslange Haft. (Symbolbild).  © Uwe Aspach/dpa

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mannheim hat der wohnsitzlose Iraker sein Opfer auf sehr brutale Art und Weise langsam getötet.

Als Grund habe er angegeben, der Bekannte habe ihn entgegen einer zuvor getroffenen Absprache nicht bei sich übernachten lassen wollen. Deshalb habe er dem 35-Jährigen die ungeöffnete Sektflasche mit voller Wucht gegen die linke Kopfseite geschlagen und ihn dabei schwer verletzt.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft entschloss er sich, sein stark blutendes Opfer mit weiteren Schlägen zu töten. Der Deutsche, der an der Universität Heidelberg studierte, starb in seiner Wohnung. Der Angeklagte soll Wertgegenstände wie Laptop und Handy mitgenommen haben.

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Ermittler kamen dem mutmaßlichen Täter bei der Überprüfung der Kontakte des Opfers auf die Schliche. Sie fanden bei ihm das auffällige Muster des Profils eines Turnschuhs, dessen Abdruck sie zuvor am Tatort aufgenommen hatten. Der im hessischen Homburg gestellte Wohnsitzlose hat die Tat im Juli dieses Jahres bereits eingeräumt.

Die Anklage sieht die Mordmerkmale Grausamkeit und Verdeckungsabsicht in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Dafür droht dem Beschuldigten lebenslange Haft.

Update, 13.05 Uhr: Staatsanwaltschaft beschreibt Tat des Angeklagten als "gefühllos" und "grausam"

Er soll den Kopf seines Opfers völlig zertrümmert haben - als "gefühllos" und "grausam" beschreibt die Staatsanwaltschaft die mutmaßliche Tat des 34-jährigen Angeklagten.

Zur Tat äußerte sich der Mann vor der Schwurgerichtskammer nur, insoweit er betonte: "Ich bin ein ruhiger Mensch. Bis zur Tat hatte ich nie Probleme mit jemandem." Zugleich schilderte er, wie er als Flüchtling über die Türkei nach Deutschland gekommen, hier nach der Trennung von seiner Freundin Alkohol und Drogen verfallen sei und seine Wohnung verlor.

In Mannheim war er bei einer Leiharbeitsfirma tätig. Durch massiven Alkoholkonsum habe er gute Freunde verloren.

Titelfoto: Uwe Aspach/dpa

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