Arbeitsloser zielt mit Hammer auf Kopf von Jobcenter-Mitarbeiter und will ihn töten

Stuttgart - Im Fall eines Angriffs mit einem Hammer auf einen Mitarbeiter des Nürtinger Jobcenters wird am Donnerstag das Urteil erwartet.

Dem Angeklagten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Dem Angeklagten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.  © Marijan Murat/dpa

Ein 33 Jahre alter Mann muss sich seit Anfang März vor dem Landgericht Stuttgart wegen versuchten Mordes verantworten (TAG24 berichtete). Er hat die Tat zu Prozessbeginn umfassend gestanden, wie ein Gerichtssprecher sagte. 

Die Verhandlung soll um 9 Uhr mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung beginnen.

Dem Arbeitslosen waren im vergangenen November Sozialleistungen nicht gewährt worden. Daraufhin griff er den seiner Ansicht nach verantwortlichen Sachbearbeiter des Jobcenters mit einem Hammer an (TAG24 berichtete).

Laut Anklage zielte er in Tötungsabsicht auf den Kopf; das Opfer konnte den Schlag jedoch abwehren und wurde nur leicht verletzt.

In dem Verfahren sagten zudem das Opfer und der einzige Augenzeuge aus: ein Jobcenter-Kunde, der bei dem Angriff dabei war. In der Anklageschrift heißt es: "Das Opfer leidet seit dem Angriff an psychischen Problemen und befindet sich in Behandlung." 

Dem Verdächtigen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Angreifer ging mit einem Hammer auf den Jobcenter-Mitarbeiter los. (Symbolbild)
Der Angreifer ging mit einem Hammer auf den Jobcenter-Mitarbeiter los. (Symbolbild)  © Jan Woitas/ZB/dpa

UPDATE: 14.12 Uhr

Mehr als drei Jahre Haft

Der 33-Jährige muss für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Stuttgart verurteilte den Arbeitslosen wegen versuchten Mordes mit vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

Der Verurteilte leidet laut Gutachten an einer Persönlichkeitsstörung. Der Mann hatte nach Schulabschluss und Wehrdienst keine Ausbildung angefangen und von Gelegenheitsarbeiten gelebt. Er wohnte bei seinen Eltern. Das Urteil nahm er regungslos zur Kenntnis.

"Ohne diese Störung wären Sie nicht in dieser Lebenssituation", erklärt die Vorsitzende Richterin Ute Baisch. Das Motiv sei in der Krankheit zu finden.

Nebenklägerin Sybille Wanch-Herrmann erklärte in ihrem Plädoyer: "Das Opfer ist aufgrund des Angriffs traumatisiert." Der Betroffene arbeite zwar weiter, habe aber nicht vollständig in den Alltag zurückgefunden. "Er befindet sich nun in Behandlung."

Titelfoto: Jan Woitas/ZB/dpa

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