Mit Wohnmobil nach Frankreich entführt: Opfer steht Kidnappern gegenüber

Stuttgart - Acht Tage war sie verschleppt, bevor die französische Polizei im vergangenen Sommer eine Frau nach einer Entführung im Rems-Murr-Kreis aus der Gewalt von zwei Männern befreite (TAG24 berichtete).

Mit diesem Wohnmobil waren Täter und Opfer unterwegs.
Mit diesem Wohnmobil waren Täter und Opfer unterwegs.  © Polizeipräsidium Aalen

Tagelang war sie damals mit diesen durch einen elsässischen Wald geirrt, sie schlief unter freiem Himmel, getrieben auch von der Angst. 

Am Montag (8. Juni/9 Uhr) wird die damals 47-Jährige ihren beiden mutmaßlichen Kidnappern im Stuttgarter Landgericht erneut gegenüberstehen. 

Beide müssen sich wegen Geiselnahme verantworten. Die Aussage der Frau dürfte für die Kammer von entscheidender Bedeutung sein.

Auch die mutmaßlichen Entführer äußern sich am dritten Verhandlungstag nach Angaben ihrer Anwälte erstmals zu den Vorwürfen. 

Die beiden Polen sollen die frühere Lebensgefährtin des älteren Angeklagten gemeinsam Anfang Juni vergangenen Jahres in Aspach (Rems-Murr-Kreis) entführt haben. 

Die Pflegerin hatte sich damals um eine ältere Frau gekümmert - und war nach einer Pause nicht zurückgekehrt. Die beiden mutmaßlichen Täter hatten sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft unter einem falschen Vorwand zu einem Treffen gelockt, sie überwältigt und mit einem Wohnmobil ins deutsch-französische Grenzgebiet verschleppt.

47-Jährige leidet unter Angstzuständen

Die Tat sei detailliert geplant gewesen, hatte die Staatsanwaltschaft den Männern im Alter von 52 und 24 Jahren zum Prozessauftakt vorgeworfen. Hintergrund der Entführung soll Eifersucht oder Rache gewesen sein (TAG24 berichtete).

Als der ältere Angeklagte vom neuen Partner seiner in Deutschland arbeitenden Frau erfahren habe, habe er beschlossen, sie nach Polen zu entführen oder umzubringen, so die Staatsanwältin. "Er gönnte keinen anderen Männern ein Zusammenleben mit ihr".

Der damals 47 Jahre alten Frau geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft "den Umständen entsprechend" gut, die Polin leide aber nach wie vor unter starken Angstzuständen. Der Prozess ist bis mindestens Ende Juli geplant.

Titelfoto: Polizeipräsidium Aalen

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