Mann soll seine Ex-Freundin und deren Tochter (†9) umgebracht haben, jetzt beginnt der Prozess

Stuttgart - Nach dem gewaltsamen Tod einer Frau und ihrer neunjährigen Tochter in Allmersbach im Tal (Rems-Murr-Kreis) muss sich der Ex-Freund der Frau vor Gericht verantworten.

Vor dem Stuttgarter Landgericht beginnt am Dienstag ein Prozess um einen Doppelmord.
Vor dem Stuttgarter Landgericht beginnt am Dienstag ein Prozess um einen Doppelmord.  © Marijan Murat/dpa

Der 36-Jährige hatte sich nach der Tat im vergangenen Juni selbst gestellt und gestanden.

Er soll nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft auch versucht haben, seine damals 38-jährige getrennt lebende Ehefrau in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) zu ermorden.

Das scheiterte allerdings, weil es ihm nicht gelang, in ihre Wohnung einzudringen. Zum genauen Ablauf der Taten und zum Motiv sind bislang keine Angaben bekannt. Mit einem Urteil im Prozess, der am Dienstag (09.15) beginnt, rechnet das Landgericht Stuttgart nicht vor Mitte März.

Staatsanwaltschaft im Mordprozess: Mann bestrafte Frau "mit dem Tode"
Gerichtsprozesse Stuttgart Staatsanwaltschaft im Mordprozess: Mann bestrafte Frau "mit dem Tode"

Das Leben von Frauen wird nicht selten durch ihre ehemaligen Ehemänner oder Partner gefährdet.

Dem Bundeskriminalamt zufolge kommen die Täter in einem Viertel aller Fälle von Mord, Totschlag oder "Tötung auf Verlangen" aus dem Familienkreis.

Fast ein weiteres Drittel der Opfer war dem Täter auf freundschaftlicher oder bekanntschaftlicher Ebene verbunden.

Update: 10.45 Uhr

36-Jähriger schweigt zur Bluttat

Aus Frust über das Ende seiner Beziehung, aus Eifersucht und auch aus Hass soll ein Mann in Allmersbach im Tal (Rems-Murr-Kreis) seine Ex-Freundin und deren neun Jahre alte Tochter ermordet haben.

Danach habe er auch versucht, seine getrennt lebende Ehefrau umzubringen, dies sei aber gescheitert, warf ihm die Staatsanwaltschaft am Dienstag zum Auftakt des Doppelmordprozesses in Stuttgart vor.

Während der angeklagte 36-Jährige sich erst später zur Tat äußern will, geht der Vertreter der Anklage klar von einer Beziehungstat aus.

Der bereits im Verhör geständige Deutsche habe die 41 Jahre alte Frau, mit der er ein mehrmonatiges Verhältnis geführt hatte, am 21. Juni in ihrer Wohnung mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen und ihr danach mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten.

Der Mann sei enttäuscht über das Ende der Beziehung gewesen. Mit der Latte und dem Messer habe er auch die schlafende Tochter der Frau ermordet, weil er sie für das Liebes-Aus verantwortlich gemacht habe.

Die getrennt lebende Ehefrau habe den anschließenden Mordversuch nur überlebt, weil es dem angeklagten Mann nicht gelungen sei, in ihre Wohnung in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) einzudringen.

Der Prozess wird bis mindestens Mitte März fortgesetzt.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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