Er wollte Millionen: Daimler-Erpresser muss für Jahre hinter Gitter

Stuttgart - Das Stuttgarter Landgericht will am Donnerstag (11 Uhr) das Urteil gegen einen mutmaßlichen Erpresser des Autokonzerns Daimler verkünden.

Der Angeklagte hatte gestanden, zwischen Dezember 2019 und April 2020 in E-Mails Geld von Daimler gefordert und mit Anschlägen gedroht zu haben.
Der Angeklagte hatte gestanden, zwischen Dezember 2019 und April 2020 in E-Mails Geld von Daimler gefordert und mit Anschlägen gedroht zu haben.  © Fabian Sommer/dpa

Der 31-Jährige hatte in dem mehrtägigen Verfahren über seinen Rechtsanwalt eingeräumt, zwischen Dezember 2019 und April 2020 unter einem Pseudonym in E-Mails Geld von Daimler gefordert und mit Anschlägen gedroht zu haben. In einem Fall sei es um 25 Millionen Euro gegangen.

Im Frühjahr sprengte der Mann in Berlin laut Anklage ein A-Klasse-Auto in die Luft, um seine Geldforderungen zu untermauern. 

Wegen besonders schwerer versuchter räuberischer Erpressung und dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion beantragte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre und neun Monate Haft für den Mann. 

Für die Verteidigung soll der Angeklagte nicht länger als sechs Jahre hinter Gitter - fünf Jahre Haft seien Tat und Schuld angemessen.

Update: 12.30 Uhr

Sechseinhalb Jahre Haft für Erpresser

Wegen der versuchten Erpressung des Autobauers Daimler ist ein Mann vom Stuttgarter Landgericht zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

Insgesamt habe der 31-Jährige elf Erpresserschreiben verfasst, sagte der Richter am Donnerstag. Die angestrebte Beute sei "wahnsinnig hoch" gewesen. Der zuletzt in Berlin lebende Mann forderte zwischen Dezember 2019 und April mehrfach hohe Millionenbeträge von dem Konzern. In einem Fall waren es 25 Millionen Euro, in einem anderen Fall verlangte er drei Millionen Euro.

Für den Fall der Nichtbezahlung habe er unter anderem gedroht, Quecksilber in Fahrzeugen der Marke Mercedes zu verteilen. Anfang April wurde der Angeklagte in Berlin festgenommen. Der 31-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. 

Er wurde nun unter anderem wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. Mit dem Urteil entsprach das Landgericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechs Jahre und neun Monate Haft für den Mann forderte. 

Für die Verteidigung sollte der Angeklagte nicht länger als sechs Jahre hinter Gitter - fünf Jahre Haft seien Tat und Schuld angemessen.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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