Auerhahn erschlagen: Zwei junge Männer vor Gericht

Titisee-Neustadt - Nach dem gewaltsamen Tod eines geschützten Auerhahns stehen zwei junge Männer vor Gericht. Der Fall hatte überregional für Bestürzung gesorgt.

Der Auerhahn ist vom Aussterben bedroht. (Symbolbild)
Der Auerhahn ist vom Aussterben bedroht. (Symbolbild)  © Michael Reichel/zb/dpa

Weil sie einen vom Aussterben bedrohten Auerhahn im Schwarzwald getötet haben sollen, müssen sich zwei Männer von Dienstag (08.30 Uhr) an vor Gericht verantworten. 

Den 21 und 23 Jahre alten Männern wird ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz vorgeworfen, dem Jüngeren zudem eine Tiertötung. Die Männer sollen den Vogel laut Staatsanwaltschaft im August vergangenen Jahres nach dem Besuch eines Volksfestes am Feldberg betrunken in seinem Schutzgebiet gestört und aufgescheucht haben. 

Der Anklage zufolge erschlug der 21-Jährige den Auerhahn schließlich mit einem stumpfen Gegenstand. Die Tat war gefilmt worden und hatte überregional für Bestürzung gesorgt.

Die beiden Männer müssen sich nun vor dem Jugendrichter am Amtsgericht Titisee-Neustadt verantworten. Das Töten eines Tieres ohne vernünftigen Grund ist laut Tierschutzgesetz verboten.

Es drohen demnach bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafen.

Update 10.54 Uhr: Angeklagte bitten um Entschuldigung

Nach dem gewaltsamen Tod eines vom Aussterben bedrohten Auerhahns im Schwarzwald haben die beiden mutmaßlichen Täter um Entschuldigung gebeten. "Ich hatte Angst um meine eigene Haut. Heute tut es mir leid", sagte der 21-jährige Mann, der den Vogel im Beisein seines zwei Jahre älteren Freundes vor etwa einem Jahr am Feldberg erschlagen haben soll, am Dienstag vor dem Amtsgericht in Titisee-Neustadt. Sie hätten sich gegen das feindselige Tier verteidigt und seien nach dem Ablassen vom verletzten Auerhahn von einer empörten Menschengruppe gejagt, geschlagen, gewürgt und bespuckt worden.

Titelfoto: Michael Reichel/zb/dpa

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