Dienstgeheimnisse verraten? Polizist steht in Weimar vor Gericht

Weimar – Vor dem Amtsgericht Weimar wird am Donnerstag der Prozess gegen einen Thüringer Polizisten fortgesetzt, der Dienstgeheimnisse verraten haben soll. Es seien mehrere Zeugen geladen, sagte eine Gerichtssprecherin. Möglicherweise werde auch ein Urteil fallen.

Der Polizist muss sich in Weimar vor Gericht verantworten.
Der Polizist muss sich in Weimar vor Gericht verantworten.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

In ihrer Anklage legt die Staatsanwaltschaft dem Mann zur Last, in den Jahren 2017 und 2018 in insgesamt 35 Fällen Informationen beispielsweise aus den internen Computersystemen der Polizei an Dritte weitergeleitet zu haben.

Teilweise soll der Mann von einer Frau, mit der er in diesem Zusammenhang über einen Messenger-Dienst chattete, Sex als Gegenleistung verlangt haben.

Der Beschuldigte verrichtete seinen Dienst damals bei der Polizei in Weimar.

Der Verteidiger des Mannes hatte zu Beginn des Prozesses erklärt, sein Mandant habe sich korrekt verhalten. Dass der 42-Jährige Informationen weitergegeben habe, sei "rechtmäßiges Polizeiverhalten" gewesen, sagte der Anwalt.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte diese Einschätzung scharf zurückgewiesen.

Update, 13.35 Uhr: Staatsanwaltschaft fordert dreieinhalb Jahre Haft für Polizisten

Die Staatsanwaltschaft für den Polizisten eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Die Vorwürfe gegen den 42-Jährigen hätten sich während des Prozesses bestätigt, sagte die zuständige Staatsanwältin am Donnerstag in ihrem Plädoyer.

Das mutmaßliche Verhalten des Polizisten habe das Vertrauen der Allgemeinheit in die Unbestechlichkeit der Polizei stark erschüttert, sagte die Staatsanwältin weiter. "Dieses Vertrauen wird beschmutzt."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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