Hat ein Rechtsanwalt für seinen Mandanten Drogen geschmuggelt?

Erfurt - Das Amtsgericht Erfurt hat einen Thüringer Rechtsanwalt vom Vorwurf freigesprochen, Drogen für einen seiner Mandanten entgegengenommen zu haben.

Ein Rechtsanwalt aus Thüringen musste sich vor dem Amtsgericht Erfurt verantworten. Vorwurf: Er soll versucht haben, Drogen für einen seiner Mandanten zu schmuggeln. (Archivbild)
Ein Rechtsanwalt aus Thüringen musste sich vor dem Amtsgericht Erfurt verantworten. Vorwurf: Er soll versucht haben, Drogen für einen seiner Mandanten zu schmuggeln. (Archivbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zeugen in dem Verfahren - mehrere Polizisten - hätten vor Gericht nur lückenhafte Angaben zu diesem Vorwurf gemacht, erklärte der Vorsitzende Richter am heutigen Montag in Erfurt bei der Urteilsverkündung.

Es sei zwar möglicherweise "nicht besonders pfiffig" von dem Anwalt gewesen, im September 2020 zur Wohnung seines Mandanten zu fahren, als die Polizei dort nach Drogen suchte. Doch könne er als Gericht dem Anwalt nicht vorschreiben, wie er seine Mandanten zu betreuen habe.

Für den Tatvorwurf jedenfalls gebe es keine ausreichenden Beweise. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen für den Anwalt gefordert. Er habe versucht, Straftaten zu verdunkeln, hieß es. Der Jurist hatte die Vorwürfe von Anfang an bestritten.

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Die Staatsanwaltschaft hatte dem Anwalt vorgeworfen, er habe vor etwa einem Jahr versucht, im Auftrag eines seiner Mandanten etwa 600 Gramm Marihuana aus der Wohnung von dessen Lebensgefährtin abzuholen.

Der Mandant habe den Anwalt nach einer Gerichtsverhandlung entsprechend beauftragt, nachdem der Mandant noch in einem Gerichtssaal des Amtsgerichts festgenommen worden war, sagte die Staatsanwältin während der Verlesung der Anklage.

Der Verteidiger des Anwaltes hatte die Anschuldigungen als "abstruse Geschichte bezeichnet".

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