Mit 17 brachte er Mitschüler (15) um: "Kinder des Satans"-Mörder wieder vor Gericht

Berlin/Erfurt - Ein mehrfach verurteilter Rechtsextremist aus Thüringen muss sich erneut wegen des Verwendens von Nazi-Symbolen verantworten.

Wegen des Shirts mit verfassungswidrigen Zeichen wird gegen die Männer ermittelt. (Symbolbild)
Wegen des Shirts mit verfassungswidrigen Zeichen wird gegen die Männer ermittelt. (Symbolbild)  © Marius Becker/dpa

Gegen den 44-Jährigen und einen 43 Jahre alten Mitangeklagten hat am Montag ein Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten begonnen. 

Die Männer sollen über das Internet T-Shirts, CDs und LPs angeboten haben, auf denen unter anderem Hakenkreuze und stilisierte Keltenkreuze abgebildet waren. Beide Angeklagten schwiegen zu den Vorwürfen.

Der 44-Jährige hatte 1993 in Sondershausen (Thüringen) mit zwei Mitschülern einen 15-Jährigen ermordet und war 1994 zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt worden. 

Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wegen ihrer Begeisterung für Horrorfilme, okkulte Rituale und aggressive Black-Metal-Musik wurden die Täter als "Kinder des Satans" bezeichnet. 

Nach Entlassung aus der Haft fiel der 44-Jährige wegen erneuter Straftaten auf. In Erfurt erhielt er 2003 vier Jahren Haft unter anderem wegen Volksverhetzung.

Im jetzigen Prozess geht es um mutmaßliche Taten im Zusammenhang mit einem Online-Versandhandel, den der 44-Jährige von Oktober 2014 bis November 2015 zunächst von Berlin und dann von Thüringen aus betrieben haben soll. Der 43 Jahre alte Mitangeklagte sei für das Bedrucken und Versenden von T-Shirts zuständig gewesen.

Beiden Männern wird das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zur Last gelegt. Zudem soll der 44-Jährige vorgeworfen, ab Juli 2015 eine CD mit volksverhetzendem, antisemitischem Inhalt zum Verkauf angeboten zu haben. Der Prozess wird am 23. März fortgesetzt.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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