Messer im Bein: Prozess nach Attacke auf Journalisten wegen Corona verschoben

Mühlhausen - Wegen der Corona-Pandemie ist der Beginn des Prozesses um eine Attacke auf Journalisten im Zusammenhang mit ihren Recherchen zur rechtsextremen Partei NPD erneut verschoben worden.

Zwei Männer müssen sich vor dem Landgericht Mühlhausen verantworten. Wegen Corona wurde der Prozessauftakt verschoben.
Zwei Männer müssen sich vor dem Landgericht Mühlhausen verantworten. Wegen Corona wurde der Prozessauftakt verschoben.  © Martin Schutt/ZB/dpa

Die Hauptverhandlung soll nun am 7. September beginnen, wie das Landgericht Mühlhausen am Freitag mitteilte. Die Verhandlung war zuvor bereits Corona-bedingt vom 26. Januar auf den 2. März verlegt worden.

Zwar beruhige sich Infektionslage aktuell etwas. "Jedoch kann ein ausreichender Gesundheitsschutz der Beteiligten und weiteren im Verhandlungssaal Anwesenden nicht gewährleistet werden, zumal nach aktuellem Erkenntnisstand Verfahrensbeteiligte zur Infektionsrisikogruppe gehören", heißt es in der Gerichtsmitteilung.

Zudem müssten unter den aktuellen Bedingungen die Sitzungen so häufig zum Lüften des Saales unterbrochen werden, dass eine stringente Verhandlungsführung nicht möglich sei.

Geschlagen, bestohlen und ein Messer im Bein

Angeklagt sind zwei zum Tatzeitpunkt 18 und 24 Jahre alte Männer. Sie werden des schweren Raubs und der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt.

Ende April 2018 sollen sie zwei Journalisten angegriffen haben, die zu Recherchezwecken Fotos vor dem Haus des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NPD in Fretterode im Eichsfeld gemacht hatten.

Sie sollen das Auto der Journalisten verfolgt und zum Anhalten gebracht haben. Einen der Journalisten sollen sie mit Gegenständen geschlagen haben.

Dem Beifahrer soll einer der Männer mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen und daraufhin einen Fotoapparat samt Teleobjektiv aus dem Auto gestohlen haben.

Für den Prozess sind Termine bis Mitte Oktober 2021 angekündigt.

Titelfoto: Martin Schutt/ZB/dpa

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