Tödlicher Fenstersturz von Altenburg: Haben zwei Männer eine Frau aus dem Fenster geworfen?

Altenburg/Gera - Vor drei Jahren stürzte eine Frau in Altenburg aus ihrem Fenster und starb. Das Landgericht Gera bemüht sich seit dem heutigen Dienstag um die Todesursache zu klären. 

Ein Schild weist auf das Amts- und das Landgericht in Gera hin.
Ein Schild weist auf das Amts- und das Landgericht in Gera hin.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Ob ein tödlicher Fenstersturz vor drei Jahren in Altenburg ein Unfall oder ein Verbrechen war, steht im Mittelpunkt eines Prozesses, der am Dienstag vor dem Landgericht Gera begonnen hat. 

Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 57 und 58 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die Getötete während eines Streits in einer Wohnung in Altenburg geschlagen und getreten zu haben. 

Wie der Abend allerdings zu Ende ging, ist bislang ungeklärt. Sicher ist nur, dass die 1959 Geborene am Ende des Tages tot war.

Die Vorwürfe, sie hätten das Opfer schwer misshandelt, wiesen die Angeklagten zurück. Der 58-Jährige räumte jedoch ein, der Frau ein paar kräftige Ohrfeigen verpasst zu haben. 

Sein Mitangeklagter erklärte, er habe ihr einmal in den Hintern getreten. Zuvor habe die Frau beide in einem Streit schwer beleidigt.

Weiterhin Verwirrung um Fenstersturz

Wie es zu dem tödlichen Fenstersturz kam, ist weiter ungeklärt. Der 57-Jährige sagte aus, die Frau habe auf dem Fenster gesessen und ihn noch "angegrinst", bevor sie den Halt verlor und aus dem zweiten Stock in die Tiefe gestürzte. 

Der Inhaber der Wohnung sagte der Polizei, dass der heute 58-Jährige das Opfer aus dem Fenster geworfen und der 57-Jährige noch auf die Frau eingetreten habe, so die Staatsanwaltschaft. Dass das Verfahren überhaupt am Landgericht Gera landete, ist auf ein Gutachten eines Rechtsmediziners zurückzuführen. 

Dieser hatte im Rahmen eines ersten Prozesses vor dem Amtsgericht Altenburg erklärt, es könne sein, dass die tödlichen Verletzungen dem Opfer bereits vor dem Fenstersturz zugefügt wurden. 

Dies würde die Annahme der Staatsanwaltschaft unterstützen, dass es vor dem Sturz aus dem Fenster zumindest schwere Misshandlungen gegeben hat. Dies verneinten die beiden Angeklagten jedoch.

Die Staatsanwaltschaft geht von schwerer und gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge aus.  

Für den Prozess sind Verhandlungstermine bis in den Februar hinein angesetzt. 

Titelfoto: Jens Kalaene/ZB/dpa

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