Grausamer Tod von Tim (†2): Mordprozess gegen Mutter und Lebensgefährten beginnt

Querfurt/Halle (Saale) - Für große Betroffenheit sorgte im vergangenen Juli der gewaltsame Tod des 2-jährigen Tim aus Querfurt in Sachsen-Anhalt (TAG24 berichtete). Am 14. Dezember beginnt nun der Prozess gegen seine Mutter sowie deren Lebensgefährten.

An einer Mahnwache für den getöteten Jungen nahmen Ende Juli Hunderte Menschen teil. (Archivbild)
An einer Mahnwache für den getöteten Jungen nahmen Ende Juli Hunderte Menschen teil. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Wie das Landgericht Halle mitteilte, werden dem 30-jährigen Hauptangeklagten teils schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in vier Fällen, Körperverletzung bzw. gefährliche Körperverletzung in fünf Fällen sowie Mord in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes zur Last gelegt.

Zwischen dem 23. Juni und dem 11. Juli soll er sich in der gemeinsam bewohnten Wohnung in Querfurt mehrfach an dem Kleinkind vergangen und es brutal geschlagen haben. Seine Taten habe er teilweise mit seinem Handy gefilmt.

Die Grausamkeiten gipfelten am 10. Juli offenbar in dem Entschluss, den kleinen Jungen zu töten, um die Misshandlungen zu vertuschen.

Der Hauptbeschuldigte habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Mutter half ihrem Sohn nicht

Vor dem Wohnhaus, in dem die Taten geschahen, legten Menschen Plüschtiere, Blumen und Kerzen nieder. (Archivbild)
Vor dem Wohnhaus, in dem die Taten geschahen, legten Menschen Plüschtiere, Blumen und Kerzen nieder. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der 36-jährigen Mutter wird Misshandlung Schutzbefohlener in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung vorgeworfen. Laut Anklage hat sie keine Schutzmaßnahmen ergriffen, obwohl ihr die Verletzungen bekannt gewesen seien.

Erst am 11. Juli habe sie den Rettungsdienst informiert, nachdem sie ihren Sohn leblos in seinem Bett vorgefunden hat.

Er habe massive Verletzungen und Spuren schweren sexuellen Missbrauchs aufgewiesen und sei seinen vielfältigen Verletzungen an Kopf und den inneren Organen erlegen.

Tims Mutter bestritt nach Angaben des Gerichts, Verletzungen wahrgenommen zu haben.

In der Anklageschrift sind 23 Zeugen benannt. Das Gericht hat zunächst lediglich den ermittelnden Kriminalbeamten als Zeugen geladen, darüber hinaus sind eine psychologische und eine rechtsmedizinische Sachverständige beteiligt.

Bislang sind neun Verhandlungstage angesetzt.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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