Auto rast in Menschengruppe: Junger Mann stirbt

Heilbronn - Ein Autofahrer, der nach einem tödlichen Unfall von der Unfallstelle geflüchtet sein soll, muss sich ab Montag (9 Uhr) wegen versuchten Mordes am Landgericht Heilbronn verantworten.

Einsatzkräfte nach dem Unfall in Großsachsenheim.
Einsatzkräfte nach dem Unfall in Großsachsenheim.  © Simon Adomat

Der damals 42-Jährige soll an einem Maiwochenende im vergangenen Jahr auf einer Landstraße in Großsachsenheim (Kreis Ludwigsburg) mit seinem Auto von hinten in eine Gruppe von Menschen gefahren sein, die am Straßenrand lief. 

Ein 21-Jähriger starb, ein weiterer Mann und zwei Frauen wurden verletzt.

Der nun vor Gericht stehende Mann soll geflüchtet sein und sich erst einige Stunden später der Polizei gestellt haben.

Update: 14.45 Uhr

Angeklagter entschuldigt sich

Er ist in eine Gruppe junger Menschen gerast und weitergefahren - im Prozessauftakt um einen tödlichen Unfall hat der Angeklagte Opfer und Hinterbliebene um Verzeihung gebeten. 

"Ich möchte mich aus tiefstem Herzen bei der Familie des Geschädigten entschuldigen", ließ er seine Anwälte im Landgericht Heilbronn verlesen. Der Mann muss sich seit Montag unter anderem wegen fahrlässiger Tötung eines 21-Jährigen verantworten. Auch wegen versuchten Mordes steht er vor Gericht, weil er sich laut Anklage nicht um die drei Verletzten am Unfallort gekümmert und sie zurückgelassen habe. 

Der Mann war damals von der Unfallstelle geflüchtet. Aus Gleichgültigkeit habe er den Tod der Menschen in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin beim Verlesen der Anklage.

Der Mann ließ seine Anwälte erklären, dass er bei dem Unfall im Auto geraucht und seinen Blick von der Landstraße auf den Aschenbecher gewandt habe. Er habe einen Knall bemerkt und sei nach dem Schlingern des Fahrzeugs vom Zusammenstoß mit einer Warnbake ausgegangen. 

Erst am nächsten Morgen habe er begriffen, dass die Beschreibung des Unfallautos in einem Internet-Artikel zu seinem Wagen passt. Daraufhin habe er sich bei der Polizei gemeldet.

Der 44-Jährige war im Mai 2019 auf einer Landstraße im Kreis Ludwigsburg mit seinem Auto von hinten in die Gruppe gefahren. Ein 21-Jähriger schleuderte gegen einen Zaun und starb noch an der Unfallstelle. Die drei anderen jungen Menschen erlitten schwere Verletzungen. 

Der 44-jährige Familienvater sei nach dem Unfall arbeitsunfähig gewesen und habe sich psychologisch behandeln lassen, wie seine Anwälte berichteten. Bis heute könne er nicht Auto fahren, auf einen neuen Führerschein wolle er verzichten. Ein Urteil wird Anfang November erwartet.

Titelfoto: Simon Adomat

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