Istanbul: Weitere Deutsche steht wegen Terrorvorwürfen vor Gericht

Istanbul/Bonn - In der Türkei muss sich eine weitere Deutsche wegen Terrorvorwürfen vor Gericht verantworten.

Die Sozialpädagogin Yüksel Wessling (65) aus Bonn muss sich in der Türkei wegen Terrorvorwürfen vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
Die Sozialpädagogin Yüksel Wessling (65) aus Bonn muss sich in der Türkei wegen Terrorvorwürfen vor Gericht verantworten. (Symbolbild)  © Emrah Gurel/AP/dpa

Die Sozialpädagogin Yüksel Wessling (65) aus Bonn werde seit anderthalb Jahren in der Türkei festgehalten, sagte ihr Ehemann Jürgen Wessling am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Ehemanns wird an diesem Donnerstag vor einem Gericht in Istanbul das Urteil gegen die 65-Jährige erwartet. Ihr drohten mehrere Jahre Haft.

Demnach wurde Yüksel Wessling, die auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, im Oktober 2019 an der Ausreise gehindert und darf das Land seitdem nicht mehr verlassen. Ihr Anwalt Emre Dogan, sagte der dpa, seiner Mandantin werde Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen.

Damit ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK gemeint. Die Staatsanwaltschaft fordere bis zu sechs Jahre und drei Monate Haft.

Ihr werde vorgeworfen, Vorstandsmitglied des lokalen Vereins "Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Hannover" (NAV-DEM Hannover) gewesen zu sein.

Zudem habe sie an Treffen des Dachverbands Demokratischer Kongress der Völker (HDK) teilgenommen. Sowohl der Verein als auch die HDK seien legal, betonte Dogan. Seine Mandantin weise die Anschuldigungen zurück. Es gebe keine Beweise.

Der Ehemann bezeichnete die Vorwürfe als absurd. Ihm zufolge hat Yüksel Wessling 27 Jahre lang bei der Stadt Hannover als Sozialpädagogin gearbeitet. Inzwischen haben beide ihren Wohnsitz in Bonn. 2017 hatte die Inhaftierung deutscher Staatsbürger die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara schwer belastet.

Zurzeit werden unter anderem die Kölnerin Gönül Örs und ihre Mutter Hozan Cane (Künstlername) in der Türkei festgehalten.

Titelfoto: Emrah Gurel/AP/dpa

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