Säugling erstickt nach Geburt in Toilette: Lange Haftstrafe für Mutter (23)

Itzehoe – Mehr als zwei Jahre nach dem Tod ihres Babys ist die 23 Jahre alte Mutter zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

Der Säugling starb in der Toilettenschüssel. (Symbolbild)
Der Säugling starb in der Toilettenschüssel. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe sprach die Bäckereifachverkäuferin am Dienstag des Totschlags durch Unterlassen schuldig. 

Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau vorgeworfen, dem Säugling nicht geholfen zu haben. Daher sei das Baby unmittelbar nach der Geburt erstickt.

Die Angeklagte brachte die kleine Leoni - wie das Mädchen später auf der Sterbeurkunde genannt wurde - am 30. Mai 2018 auf der Toilette ihrer Wohnung in einem Dorf bei Heide im Kreis Dithmarschen zur Welt. 

"Es war nicht viel erforderlich. Sie hätte nur das Kind aus der Toilettenschüssel heben und die Atemwege befreien müssen", sagte die Staatsanwältin. Doch "das Kind, das zur Welt kam, sollte nicht leben".


Sie forderte acht Jahre Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Der Verteidiger wollte für seine Mandantin einen Freispruch. "Sie war überzeugt, es war eine Totgeburt", begründete er seinen Antrag.

Titelfoto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

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