Verfahren nach Todesfällen in Weimarer Pflegeheim eingestellt

Weimar - Die strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tod zahlreicher mit dem Coronavirus infizierter Bewohner eines Pflegeheims in Weimar sind beendet.

Da es keinen hinreichenden Tatverdacht gab, hat die Staatsanwaltschaft Erfurt das Verfahren eingestellt. (Symbolbild)
Da es keinen hinreichenden Tatverdacht gab, hat die Staatsanwaltschaft Erfurt das Verfahren eingestellt. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Das Verfahren wurde Ende August eingestellt und wird zur Ahndung der Ordnungswidrigkeiten an die zuständige Verwaltungsbehörde abgegeben", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar hätten die Ermittler festgestellt, dass Mitarbeiter des Heims gegen Hygieneregeln oder Quarantäneanordnungen verstoßen hätten. Keinem der Beschuldigten sei allerdings nachzuweisen gewesen, dass ein von ihm begangener Verstoß für den Tod eines Bewohners des Pflegeheims "mitursächlich war".

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren gegen sechs Beschuldigte ermittelt, die in dem Heim gearbeitet hatten, während zwischen dem 23. Dezember 2020 und dem 19. Januar 2021 insgesamt 32 der dort lebenden Menschen starben. Sie alle waren mit dem Coronavirus infiziert.

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Nach einer Anzeige von Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) war daraufhin wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung ermittelt worden. Das Pflegeheim sowie drei Privatwohnungen waren in dem Zuge durchsucht worden.

Letztlich habe im Rahmen der Ermittlungen nicht geklärt werden können, wo und wie sich die Verstorbenen mit dem Coronavirus infiziert hatten, sagte der Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft erhebe aber nur dann Anklage in einem Verfahren, wenn es einen hinreichenden Tatverdacht gegen Beschuldigte gebe und damit nach einer vorläufigen Bewertung eines Sachverhalts eine Verurteilung mit einiger Wahrscheinlichkeit zu erwarten sei. Das sei bei diesen Ermittlungen aber nicht der Fall gewesen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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