Kita-Erzieherin unter Mordverdacht: Einsatz von Webcams denkbar?

Köln - Nach dem Tod eines Kita-Kindes und dem Mordverdacht gegen eine Erzieherin in Viersen hat die Deutsche Kinderhilfe Sicherheitsüberprüfungen in den Einrichtungen gefordert.

Eine Kita-Erzieherin in Viersen steht unter Mordverdacht.
Eine Kita-Erzieherin in Viersen steht unter Mordverdacht.  © Marius Becker/dpa

Dabei sollten externe Experten in Kitas und Tagespflegestellen regelmäßig analysieren, was Straftaten, Unfälle oder auch Krankheiten begünstigen könnte, stellte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, am Dienstag fest.

Um Kinder besser zu schützen, "brauchen wir mehr Verbindlichkeit und eine höhere Kontrolldichte, um die Wahrscheinlichkeit einer Aufdeckung von Schwachstellen im System zu erhöhen."

Überprüft werden sollte demnach die Qualifikation des Personals, aber auch die Ausstattung von Räumen. 

Denkbar sei der Einsatz von Webcams dort, wo Erzieher allein mit Kindern seien. Die Aufzeichnung könne dann versiegelt 24 Stunden aufbewahrt werden. 

"Und so lange keine Anzeige erstattet wird, so lange kein Zwischenfall bekannt geworden ist, wird die dann wieder überspielt", sagte Becker.

Zwei Stofftiere und Kerzen liegen vor dem Eingang einer Kindertagesstätte.
Zwei Stofftiere und Kerzen liegen vor dem Eingang einer Kindertagesstätte.  © Marcel Kusch/dpa

Kita-Kind starb im Alter von 3 Jahren

Nach dem Tod eines dreijährigen Kita-Kindes in Viersen wird gegen eine 25-jährige Erzieherin wegen Mordverdachts ermittelt. Die dreijährige Greta war am 21. April von einem Notarzt wegen Atemstillstands aus dem Kindergarten ins Krankenhaus gebracht worden. 

Am 4. Mai starb das Kind dort. Rechtsmediziner fanden Spuren, die auf Gewalteinwirkung hindeuteten. Bei den Ermittlungen waren die Behörden auf Vorkommnisse in anderen Einrichtungen gestoßen, in denen die Frau vorher gearbeitet hatte.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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