Tödlicher Streit am Kölner Ebertplatz: Urteil soll heute gesprochen werden

Köln - Im Prozess um eine tödliche Gewalttat im August 2019 auf dem Kölner Ebertplatz soll am Dienstag (12 Uhr) das Urteil gesprochen werden.

Der Ebertplatz gilt seit langem als ein Brennpunkt der Drogenkriminalität in Köln.
Der Ebertplatz gilt seit langem als ein Brennpunkt der Drogenkriminalität in Köln.  © Marius Becker/dpa

Angeklagt ist ein 24-Jähriger, der einem 25 Jahre alten Mann in einem Tumult mit einer abgebrochenen Bierflasche in den Hals gestochen haben soll. 

Das Opfer verblutete laut Anklageschrift. 

Die ursprüngliche Annahme der Polizei, es habe sich um einen Streit unter Drogendealern gehandelt, konnte in dem seit Mai laufenden Verfahren allerdings nicht bestätigt werden.

Die Staatsanwaltschaft forderte für den Angeklagten, der wie das Opfer aus Somalia stammt, eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten wegen Totschlags. 

Der Angeklagte habe gezielt und in Tötungsabsicht zugestochen. 

Der Verteidiger des 24-Jährigen plädierte auf Freispruch wegen Notwehr. Hilfsweise stellte er aber auch den Antrag, seinen Mandanten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von höchstens vier Jahren zu verurteilen. 

Sein Mandant habe sich gegen einen Angriff gewehrt, so der Anwalt.

Ebertplatz als Umschlagplatz für Dealer bekannt

2017 hatte der Ebertplatz in der Kölner Innenstadt nach einem tödlich verlaufenen Konflikt zwischen Drogendealern Schlagzeilen gemacht. 

Daraufhin wurde der Platz durch eine Umgestaltung und kulturelle Wiederbelebung aufgewertet, so dass die Rede vom "Wunder vom Ebertplatz" war. 

Als Folge der nun verhandelten Gewalttat wird der Platz seit Oktober 2019 von der Polizei zudem mit Videokameras überwacht.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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