Gericht bereitet Verlängerung des Halle-Prozesses vor

Magdeburg -  Das Verfahren um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle könnte länger dauern als bisher angenommen.

Dem Angeklagten Stephan Balliet droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft.
Dem Angeklagten Stephan Balliet droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft.  © Ronny Hartmann/AFP pool/dpa

Die vorsitzende Richterin Ursula Mertens bat am fünften Prozesstag am Montag die Prozessbeteiligten, sich die Dienstage und Mittwoche bis Mitte November für das Verfahren frei zu halten. 

Bislang war der letzte Verhandlungstermin für den 14. Oktober vorgesehen. Ob es zu der Verlängerung kommt, hänge unter anderem davon ab, wie lange sich die Befragung weiterer Zeugen hinziehe, sagte die Richterin.

Seit dem 21. Juli läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg der Prozess gegen den Sachsen-Anhalter Stephan Balliet. Die Verhandlung findet aus Platzgründen im Landgericht Magdeburg statt. 

Der Angeklagte Stephan Balliet hatte zu Prozessbeginn eingeräumt, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten (TAG24 berichtete).

Am fünften Prozesstag stand das Waffengutachten im Mittelpunkt, das das Bundeskriminalamt (BKA) über die selbstgebauten Waffen des Attentäters angefertigt hat. Demnach waren alle drei selbstgebauten Waffen potenziell tödlich. 

Mehrere Anwälte der Nebenklage kritisierten zudem die Anordnung von Richterin Mertens, einen Teil der Beweisdokumente nicht durch Verlesen im Verfahren, sondern im sogenannten Selbstleseverfahren in den Prozess einzuführen.

Der nächste Prozesstag ist für den 25. August geplant.

Titelfoto: Ronny Hartmann/AFP pool/dpa

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