Mit Staubsauger 60.000 Euro aus Tresor geholt und Kassiererin gefesselt: Jetzt muss der Räuber in den Knast!

Mosbach - Nach dem Überfall in einem Supermarkt mit einem Staubsauger ist ein Mann wegen schweren Raubes in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Der Angeklagte Constantin B. (Vordergrund) steht im Verhandlungssaal des Landgerichts. Er soll mit drei weiteren Komplizen im Dezember 2019 einen Supermarkt in Tauberbischofsheim überfallen haben.
Der Angeklagte Constantin B. (Vordergrund) steht im Verhandlungssaal des Landgerichts. Er soll mit drei weiteren Komplizen im Dezember 2019 einen Supermarkt in Tauberbischofsheim überfallen haben.  © Uwe Anspach/dpa

Der Fall sorgte für Aufsehen, weil der Angeklagte mit dem Staubsauger Geld aus einem Tresor gesaugt hatte. Insgesamt erbeutete der Mann etwa 60.000 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 30 Jahre alte Mann sagte beim Prozess am Montag am Landgericht Mosbach aus, dass er einen Staubsauger mit zum Tatort in Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis gebracht habe.

Auf die Idee sei ein Komplize gekommen, der damals Leiter des Einkaufsmarktes war. Ursprünglich sei nur ein fingierter Überfall geplant gewesen.

Leiche auf Rastplatz an der A3 entdeckt: Mann (45) liegt tot neben seinem Lkw
Polizeimeldungen Leiche auf Rastplatz an der A3 entdeckt: Mann (45) liegt tot neben seinem Lkw

Ein zweiter Komplize habe ebenfalls in dem Supermarkt gearbeitet und sei über das kriminelle Vorhaben informiert gewesen. Ihn und eine Kassiererin hat der Angeklagte nach eigenen Angaben schließlich überfallen.

Dann soll er mit dem Sauger ausgerüstet die Tageseinnahmen an sich genommen haben. Ein vierter Täter soll das Fluchtauto gefahren haben.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft erfolgte die Ausführung des Überfalls arbeitsteilig, wobei drei Angeklagte am Tatort agiert hätten und der vierte - also der damalige Marktleiter - die Tat geplant habe.

Tatverdächtiger zielte mit Pistole auf Kassiererin und fesselte sie mit Kabelbindern

Der 30-Jährige selbst soll der Kassiererin eine Pistole vorgehalten und sie gefesselt haben. Er habe zuvor aber nicht gewusst, dass die Frau im Supermarkt sei, sagte der Mann, dem unter anderem schwerer Raub und vorsätzliche Körperverletzung zur Last gelegt werden. Er soll die Frau mit Kabelbindern so grob gefesselt haben, dass sie Verletzungen davontrug.

Für die drei anderen Angeklagten im Alter zwischen 25 und 29 Jahren stehen noch keine Verhandlungstermine fest. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema Justiz: