Messer-Attacke von Stolberg: Anklage gegen 21-Jährigen erhoben

Düsseldorf/Stolberg - Rund sechs Wochen nach einer mutmaßlich islamistisch motivierten Messer-Attacke in Stolberg bei Aachen hat die Generalstaatsanwaltschaft einen 21-jährigen Deutsch-Iraker angeklagt.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat einen Deutsch-Iraker (21) angeklagt, der vor sechs Wochen in Stolberg eine mutmaßlich islamistisch motivierten Messer-Attacke.
Die Generalstaatsanwaltschaft hat einen Deutsch-Iraker (21) angeklagt, der vor sechs Wochen in Stolberg eine mutmaßlich islamistisch motivierten Messer-Attacke.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Ihm wird neben zweifacher gefährlicher Körperverletzung auch das Verbreiten eines verbotenen Symbols der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Facebook vorgeworfen. 

Die Aachener Nachrichten hatten zuvor berichtet.

Wie ein Sprecher der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft am Freitag erklärte, wurde der Mann auch wegen einer weiteren Attacke aus dem März angeklagt. 

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Zudem müsse er sich nach dem Posten des verbotenen IS-Symbols wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz verantworten.

Nach Abschluss der Ermittlungen sei man sicher, dass der 21-Jährige sein Opfer (23) Mitte September attackiert hatte, weil dessen Vater auf einem Werbemotiv der AfD zu sehen war. 

Während der Stiche gegen den Arm des 23-Jährigen hatte der Verdächtige laut Zeugen "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Auch bei der Tat im März in einem Restaurant soll er einen Bekannten mit diesen Worten angegriffen haben.

Der Tatort: Der 21-Jährige Angeklagte soll sein Opfer hier aus mutmaßlich islamistischen Motiven mit einem Messer attackiert haben.
Der Tatort: Der 21-Jährige Angeklagte soll sein Opfer hier aus mutmaßlich islamistischen Motiven mit einem Messer attackiert haben.  © David Young/dpa

Das Werbemotiv der Stolberger AfD für die Kommunalwahl bei Facebook hatte vier Männer mit Migrationshintergrund und den örtlichen AfD-Vorsitzenden gezeigt. 

Dazu stand der Slogan "Auch Deutsch-Türken wollen Veränderung". Den Ermittlern zufolge sagte der türkische Vater des Opfers aus, dass er keine Einwilligung für die Wahlwerbung gegeben habe.

Titelfoto: David Young/dpa, Rolf Vennenbernd/dpa (Bildmontage)

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