Horror-Tat: Gruppenleiter ließ Pfadfinder kleines Mädchen vergewaltigen

Baden-Baden - Im Vergewaltigungsprozess gegen einen früheren Pfadfinder-Gruppenleiter in Baden-Baden ist der Angeklagte zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Baden-Baden, Ende September: Der Angeklagte hält sich vor Prozessbeginn im Gerichtsaal einen Aktenordner vor sein Gesicht. Rechts sitzt sein Anwalt Andreas Kniep.
Baden-Baden, Ende September: Der Angeklagte hält sich vor Prozessbeginn im Gerichtsaal einen Aktenordner vor sein Gesicht. Rechts sitzt sein Anwalt Andreas Kniep.  © Sönke Möhl/dpa

Das Landgericht befand den 64-Jährigen am Dienstag für schuldig, vor mehr als 30 Jahren minderjährige Pfadfinder zur Vergewaltigung eines kleinen Mädchens genötigt zu haben.

Der Mann habe seine "sexuellen Perversionen" praktiziert und als Spiel dargestellt, sagte der Richter.

Angeklagt war die Vergewaltigung des Kindes irgendwann zwischen 1983 und 1987. Das Opfer war zum Zeitpunkt der nicht mehr genau datierbaren Tat zwischen sieben und elf Jahre alt.

Im Keller des Pfadfinderhauses in Baden-Baden soll der Mann als Gruppenleiter die kindlichen und jugendlichen Pfadfinder zu der Serienvergewaltigung angehalten haben.

Danach nötigte der Mann der Staatsanwaltschaft zufolge die beteiligten Kinder und Jugendlichen durch einen "Pfadfinderschwur", niemandem etwas zu erzählen.

Der Richter hielt die Angaben des Opfers für glaubwürdig. Die Aussagen von Zeugen hätten in "Abgründe" blicken lassen, was sich bei den Pfadfindern abgespielt habe, sagte er bei der Urteilsverkündung.

Zahlreich Missbrauchs-Vorwürfe verjährt

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann zahlreiche weitere Missbrauchstaten an Kindern und Jugendlichen vorgeworfen, die aber wegen Verjährung nicht mehr angeklagt werden konnten.

Im Jahr 2000 hatte der Angeklagte einen Strafbefehl wegen mehrerer Sexualdelikte erhalten. Die angeklagte Tat war nicht verjährt, weil bei Vorwürfen wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern die Verjährungsfrist von 20 Jahren bis zum Ablauf des 30. Lebensjahres des Opfers ruht.

Teile des Prozesses wie die Plädoyers fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Unklar war zunächst auch, ob Staatsanwaltschaft oder Verteidigung Revision gegen das Urteil beantragen wollen.

Titelfoto: Sönke Möhl/dpa

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