Sexuelle Belästigung: Charlotte Weise spricht erstmals darüber, was sie erlebt hat

Hamburg/Tarragona (Spanien) - Influencerin Charlotte Weise (28) spricht auf Instagram ein schwieriges Thema an: (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen. 

Charlotte Weise (28) lebt aktuell in der Nähe von Barcelona in Spanien.
Charlotte Weise (28) lebt aktuell in der Nähe von Barcelona in Spanien.  © Montage: Screenshot/Instagram/charlotte_weise

Normalerweise dreht sich der Account der Hamburgerin, um Nachhaltigkeit, Selbstliebe und positives Denken, außerdem erzählt sie dort vom Auswandern nach Spanien. Seit über einem Jahr lebt sie mit ihrem Freund in Tarragona in der Nähe von Barcelona. 

Nun bewirbt die 28-Jährige die Kampagne "stärker als Gewalt" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

Es geht darum, von Gewalt betroffene Frauen zu ermutigen. Denn die Statistik zeigt ein gesellschaftliches Problem: Im Laufe ihres Lebens ist jede dritte Frau mindestens einmal von Gewalt betroffen - zu Hause, auf der Arbeit, unterwegs, im Internet. Doch nur die wenigsten reden darüber. 

Das nimmt die Influencerin zum Anlass, ihre eigenen Erfahrungen mit ihren rund 134.000 Abonnenten zu teilen. 

"Ich war 17 Jahre alt, als ich auf einer Klassenfahrt von zwei älteren großen und starken Männern im Hotelzimmer sexuell belästigt worden bin", schreibt Weise. 

Seitdem wisse sie, dass sie keine Chance gegen einen Mann habe und dementsprechend verhalte sie sich auch. 

Mit diesem Beitrag spricht Charlotte Weise das Thema an

Charlotte Weise nennt ein weiteres Beispiel für sexualisierte Gewalt

In ihren Beiträgen und Storys auf Instagram sprüht Charlotte Weise (28) meist vor positiver Energie.
In ihren Beiträgen und Storys auf Instagram sprüht Charlotte Weise (28) meist vor positiver Energie.  © Montage: Screenshot/Instagram/charlotte_weise

"Ich gehe abends nicht mehr alleine raus, nehme immer ein Taxi von der Party nach Hause oder habe ein Pfefferspray dabei und telefoniere die ganze Zeit, bis ich zu Hause bin."

Falls sie ihren Freund Felix Adergold (41) mal nicht erreiche, rufe sie beim Heimwegtelefon unter der Nummer 030 120 741 82 an. Da können sich Frauen nachts melden, wenn sie alleine unterwegs sind.

Weise berichtet außerdem von weiteren Vorfällen. Sie habe es bereits drei Mal erlebt, dass sich ein Mann in der Öffentlichkeit in ihrer Nähe einen runtergeholt habe.

"Auch das lasse ich mir nicht mehr gefallen! Ich habe neulich einen Mann am Strand angeschrien, er soll das sofort lassen, sonst rufe ich die Polizei und dass er gehen soll", schreibt sie und fügt hinzu: "Es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen, da ich die zwei Male davor nichts getan habe."

Ihrem Körper sei durch die Vorfälle zwar äußerlich nichts passiert, es mache aber auch etwas mit der Psyche. "Ich hatte tagelang dieses Bild im Kopf."

Charlotte Weise richtet Appell an betroffene Frauen

Zum Schluss ihres Beitrags appelliert die 28-Jährige an alle Betroffenen. 

"Ihr habt nichts falsch gemacht. Es ist nicht zu spät, Euch zu wehren. Sprecht mit Freundinnen und Freunden, Verwandten oder wendet Euch an eine Beratungsstelle." 

Ein erster Anlaufpunkt ist dazu die Internetseite staerker-als-gewalt.de.

Titelfoto: Montage: Screenshot/Instagram/charlotte_weise

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