Gruppen-Vergewaltigung von Freiburg: Darum soll das Opfer heute wieder aussagen

Freiburg - Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg soll am Mittwoch (9 Uhr) das Opfer des Verbrechens erneut vor Gericht aussagen.

Die Angeklagten (gepixelt) im August vergangenen Jahres vor Gericht.
Die Angeklagten (gepixelt) im August vergangenen Jahres vor Gericht.  © Patrick Seeger/dpa

Die junge Frau wird nach Angaben des Gerichts zu ihrer aktuellen Situation und zu den Tatfolgen befragt. Sie werde per Video zugeschaltet, ihre Aussage erfolge voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die zur Tatzeit 18-Jährige hatte im Juli vergangenen Jahres erstmals vor Gericht ausgesagt. Schon damals war die Öffentlichkeit vom Gericht zum Schutz von Persönlichkeitsrechten ausgeschlossen worden.

Angeklagt in dem Prozess am Landgericht Freiburg sind elf Männer von 18 Jahren bis 30 Jahren wegen Vergewaltigung oder unterlassener Hilfeleistung. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. 

Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober 2018 die 18-Jährige nachts vor einer Disco in einem Gebüsch vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben (TAG24 berichtete). Sie bestreiten dies oder schweigen zu den Vorwürfen.

Um die zum Schutz vor dem Coronavirus geltenden Abstandsregel einhalten zu können, findet der Prozess im Konzert- und Veranstaltungssaal einer Freiburger Kirchengemeinde statt (Az. 6 KLs 181 Js 1138/19 AK 2/19 und 6 KLs 181 Js 35640/18 AK 3/19).

Opfer wird nicht aussagen

Update 11.10 Uhr: Das Opfer des Verbrechens  wird nicht erneut vor Gericht aussagen. Die junge Frau leide einem ärztlichen Attest zufolge bis heute unter der Tat und sei nicht vernehmungsfähig, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin am Mittwoch am Landgericht Freiburg. Sie könne daher vom Gericht nicht mehr vernommen werden.

Die zur Tatzeit 18-Jährige hatte im Juli vergangenen Jahres erstmals vor Gericht ausgesagt. Am Mittwoch sollte sie vom Gericht erneut befragt werden. Einem neuen Gutachten zufolge sind die Tatfolgen für sie deutlich schwerer, als bislang angenommen.

Titelfoto: Patrick Seeger/dpa

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