50 Wohnungen durchsucht: Polizei geht hessenweit gegen sexualisierte Gewalt an Kindern vor

Wiesbaden/Hessen - In der vergangenen Woche ist die Polizei in ganz Hessen massiv gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen vorgegangen.

Mehr als 600 Computer, Smartphones, CDs, DVDs und sonstiges Material wurden bei den Durchsuchungen sichergestellt.
Mehr als 600 Computer, Smartphones, CDs, DVDs und sonstiges Material wurden bei den Durchsuchungen sichergestellt.  © dpa/Boris Rössler

Wie eine Sprecherin des Hessischen Landeskriminalamtes mitteilte, wurden 50 Wohnungen durchsucht, 15 Personen wurden vernommen und es kam zu 626 Sicherstellungen.

244 Einsatzkräfte waren im Einsatz - viele gehörten zur BAO FOKUS (Besondere Aufbauorganisation für fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch von Kindern), einer Einheit der hessischen Polizei, die sich ausschließlich mit Sexualdelikten an Kindern und Jugendlichen beschäftigt.

Insgesamt wird im Rahmen der Durchsuchungen 55 Personen im Alter bis zu 62 Jahren sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen oder Erwerb, Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie zur Last gelegt, 15 Beschuldigte mussten zur Vernehmung zu den Dienststellen mitkommen.

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Laut der Sprecherin fanden die Durchsuchungen in den Städten Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Kassel, Marburg und Gießen sowie in den Landkreisen Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis, Main-Kinzig-Kreis, Lahn-Dill-Kreis, Wetteraukreis, Gießen, Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Limburg-Weilburg, Offenbach, Kassel und Waldeck-Frankenberg statt.

Dabei wurden 45 Computer und Laptops, 147 Smartphones, 31 USB-Sticks, 276 CDs und DVDs sowie 127 weitere Gegenstände sichergestellt.

"Sexueller Missbrauch ist nach wie vor gesellschaftlich tabuisiert. Dabei ist es bei diesem Thema besonders wichtig, hin- und nicht wegzusehen, verdächtige Beobachtungen anzusprechen, sich im Zweifelsfall bei Experten Rat zu holen", sagte Ina Kasperski, die ist im Hessischen Landeskriminalamt für den Bereich der polizeilichen Jugendprävention zuständig ist.

Sie gibt in diesem Zusammenhang allen Eltern und anderen Erwachsenen im Umfeld von Kindern folgende Tipps:

  • Informiert Euch über das Thema, etwa auf der Homepage der hessischen Polizei.
  • Tabuisiert das Thema nicht. Durch Eure Offenheit können sich betroffene Kinder Euch eher anvertrauen.
  • Seid aufmerksam gegenüber Signalen, die durch einen Missbrauch entstanden sein könnten. Die Anzeichen reichen von Schlafstörungen und Schlafen in Straßenkleidung über Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität und Essstörungen bis hin zu körperlichen Schmerzen. Wichtig zu wissen ist auch, dass nicht jedes betroffene Kind Verhaltensänderungen und -auffälligkeiten zeigt.
  • Hört Kindern zu und vertraut ihren Aussagen. Nur in seltenen Fällen erfinden Kinder an ihnen begangene Straftaten.
  • Helft betroffenen Kindern. Wenn Ihr den Verdacht habt, dass ein Kind missbraucht wird, holt Euch Rat, etwa unter (www.hilfe-portal-missbrauch.de) oder erstattet direkt Anzeige bei der Polizei.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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