Missbrauchsfall Münster: Weiterer Mann aus Hannover vor Gericht

Münster - In einem weiteren Prozess im Missbrauchsfall Münster steht seit diesem Montag ein 50 Jahre alter Mann aus Hannover vor Gericht.

Seit diesem Montag steht ein Mann (50) aus Hannover in einem weiteren Missbrauch-Prozesses in Münster vor Gericht (Symbolbild).
Seit diesem Montag steht ein Mann (50) aus Hannover in einem weiteren Missbrauch-Prozesses in Münster vor Gericht (Symbolbild).  © Guido Kirchner/dpa

Dem Niedersachsen wird vorgeworfen, einen heute elf Jahre alten Jungen aus Münster bei drei Gelegenheiten schwer sexuell missbraucht zu haben.

Das Opfer ist der Ziehsohn eines 27-Jährigen, der in einem bereits laufenden Prozess ebenfalls vor dem Landgericht Münster steht.

Der IT-Techniker soll den Jungen immer wieder selbst vergewaltigt und ihn anderen Männern bei Treffen an verschiedenen Tatorten für sexualisierte Gewalt überlassen haben. So auch 2019 dem angeklagten 50-Jährigen aus Niedersachsen.

Die vorgeworfenen Übergriffe sollen in der gemeinsamen Wohnung zweier Bekannter aus Hannover geschehen sein, die in weiteren Verfahren ebenfalls vor Gericht stehen.

Aus Opferschutzgründen wurde die Öffentlichkeit bereits zur Verlesung der Anklage von dem Prozess ausgeschlossen.

Der Verteidiger des Angeklagten kündigte laut Gerichtssprecher zudem an, sein Mandant wolle sich im Prozessverlauf zu den Vorwürfen äußern.

Über 20 Beschuldigte bundesweit

In dem Missbrauchskomplex, der nach Ermittlungen rund um die Gewalttaten in einer Gartenlaube in Münster immer weitere Kreise zieht, stießen die Ermittler auf eine Vielzahl von Beschuldigten. Allein die Staatsanwaltschaft Münster hat acht Männer und eine Frau angeklagt.

Bundesweit gibt es über 20 Beschuldigte. Der Prozess gegen den Hauptangeklagten und weitere mutmaßliche Mittäter läuft seit dem 8. November. Vergangene Woche war ein weiteres Verfahren gestartet.

Der ursprünglich für den 23. Dezember vorgesehene Auftakt gegen einen 27-Jährigen aus Aachen wurde auf den 12. Januar 2021 verschoben.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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