Nach Vergewaltigung: Täter behauptet, er sei geschlafwandelt

Cleveland (England) - Mark Hart (33) wurde am Freitag verurteilt, nachdem er eine Frau vergewaltigt haben soll. Vor Gericht behauptete er jedoch, dass nichts davon seine Schuld sei.

Nun muss Mark Hart (33) für die nächsten neun Jahre hinter Gitter. (Symbolbild)
Nun muss Mark Hart (33) für die nächsten neun Jahre hinter Gitter. (Symbolbild)  © 123rf/gcalin

Er habe nie vorgehabt, jemanden zu missbrauchen und sei genauso schockiert, wie alle anderen auch.

Dass er es trotzdem getan hat, schreibt er seiner Schlafstörung "Sexsomnie" zu, aufgrund welcher er im Schlaf ab und an sexuelle Handlungen durchführe.

Von der Tat selbst habe er also überhaupt nichts mitbekommen – somit plädierte er nun auch auf nicht schuldig.

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Staatsanwalt Paul Cleasby sieht die Situation laut dem britischen Boulevardmagazin Metro kritisch.

Das Opfer sei im April 2019 aufgewacht, als Hart gerade dabei war, sich an ihr zu vergehen. Glücklicherweise schaffte sie es daraufhin, ihn von sich zu stoßen und Hilfe zu holen.

Als sie ihn auf seine grauenvolle Tat ansprach, habe er nur an sich heruntergeschaut und gesagt: "Nun, ich bin nackt."

"Es ist offensichtlich, dass sie durch das, was geschehen ist, traumatisiert wurde. Man kann nicht einwilligen, wenn man schläft. Es hat eine Weile gedauert, bis sie wieder zu sich gekommen ist und realisiert hat, was passiert ist", so Cleasby.

Hart wird zu neun Jahren hinter Gittern verurteilt

Harts Verteidiger, Tom Mitchell, argumentierte jedoch, dass die "Sexsomnie" eine Erklärung für das Verhalten seines Mandanten in jener Nacht sei.

Schließlich sei der 33-Jährige von zwei Ärzten untersucht worden, die erklärten, dass diese Krankheit durchaus "real" sei. Zudem sei Hart bereits seit seiner Kindheit immer wieder geschlafwandelt.

"Wenn Sexsomnie eine mögliche Erklärung ist, dann kann Mark Hart nicht schuldig sein, denn wenn man nicht weiß, was man tut, wenn man schläft, ist man nicht verantwortlich für seine Taten."

Und doch: Die Geschworen benötigten lediglich fünf Stunden, um Hart der Vergewaltigung für schuldig zu befinden. Weitere Zeugen hätten Beweise vorlegen können, dass Hart zum Tatzeitpunkt bei vollem Bewusstsein war.

Er wurde am Freitag zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt und muss sich auf unbestimmte Zeit in das Register für Sexualstraftäter eintragen lassen.

Titelfoto: 123rf/gcalin

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