Richter macht Vergewaltiger perversen Vorschlag: Tausende reagieren entsetzt

Neu Delhi (Indien) - In Indien fordern Tausende Menschen den Rücktritt des höchsten Richters, der einem Angeklagten (23) die Heirat mit dem Vergewaltigungsopfer vorgeschlagen hat.
Das Opfer wurde vom Richter regelrecht verhöhnt (Symbolbild).
Das Opfer wurde vom Richter regelrecht verhöhnt (Symbolbild).  © 123RF/Artit Oubkaew

"Es erfüllt uns mit Wut, dass Frauen die Last tragen müssen, sogar dem höchsten Richter Indiens, der die Macht und die Verpflichtung hat die Verfassung Indiens zu interpretieren und zu Gericht sitzt, die Bedeutungen von 'Verführung', 'Vergewaltigung', und 'Ehe' zu erklären", hieß es einem offenen Brief.

Mehr als 4000 Menschen hatten ihn bis Mittwoch unterschrieben.

Der Richter am höchstem Gericht des Landes hatte zuvor betont, dass der Regierungsangestellte seinen Job verlieren und ins Gefängnis kommen werde, wenn er sein Opfer nicht heiratet.

Er soll eine minderjährige Schülerin mehrfach vergewaltigt haben.

"Wenn du sie heiraten möchtest, können wir dir helfen", sagte Richter Sharad Arvind Bobde laut örtlichen Medien am Montag. "Du hast das Mädchen verführt, es vergewaltigt."

In Indien wird nach offiziellen Zahlen alle 15 Minuten eine Frau oder ein Mädchen vergewaltigt.

Nur brutalste Fälle machen noch Schlagzeilen

Es gibt aber auch eine große Dunkelziffer, denn viele Inderinnen schweigen darüber. Aktivisten werfen der Polizei und dem Justizsystem vor, Opfer sexueller Gewalt zu wenig ernst zu nehmen. Polizisten und Politiker betonen, dass anständige Frauen, nicht spät unterwegs sein sollten. Nur die brutalsten Fälle machen große Schlagzeilen.

Viele Fälle bleiben jahrelang liegen und manche Verdächtige kommen gar auf Kaution frei.

Titelfoto: 123RF/Artit Oubkaew

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