Missbrauchskomplex Münster: Mutter (31) legt überraschend Teilgeständnis ab

Münster – Im Prozess gegen die Mutter eines heute elfjährigen Jungen im Missbrauchskomplex Münster sollen am heutigen Dienstag ab 9 Uhr die Plädoyers gehalten werden.

Damals zog die Polizei Absperrband um die mittlerweile abgerissene Gartenlaube, in der ein heute elfjähriger Junge mehrfach missbraucht wurde.
Damals zog die Polizei Absperrband um die mittlerweile abgerissene Gartenlaube, in der ein heute elfjähriger Junge mehrfach missbraucht wurde.  © Marcel Kusch/dpa

Die Anklage wirft der 31-Jährigen vor, den wiederholten schweren sexuellen Missbrauch ihres Sohnes durch ihren Lebensgefährten nicht verhindert zu haben, obwohl sie davon wusste.

Der IT-Techniker wurde im Hauptprozess zu 14 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Der Prozess am Landgericht Münster gegen die Mutter findet seit dem 5. August zum Großteil - um das Opfer zu schützen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Zuletzt hatte die Frau die Vorwürfe, wie bereits zum Prozessauftakt, erneut bestritten. Laut Gutachten ist die 31-Jährige voll schuldfähig.

Ein Urteil will das Landgericht voraussichtlich am 6. Oktober verkünden.

Update, 15.50 Uhr: Mutter legt überraschend Teilgeständnis ab

Die Mutter aus Münster soll für zehn Jahre ins Gefängnis. Diese Forderung hat die Staatsanwaltschaft Münster in ihrem Plädoyer am Dienstag vor dem Landgericht Münster gestellt.

Einer der zwei Verteidiger plädierte auf sechs Jahre Gefängnis, der andere sprach sich für eine milde Strafe aus.

Die Frau hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im Missbrauchskomplex Münster die Vergewaltigungen ihres heute elfjährigen Sohnes durch ihren Lebensgefährten nicht verhindert, obwohl sie davon wusste. Die Anklage spricht von Beihilfe durch Unterlassen.

Außerdem sieht es die Staatsanwaltschaft als erwiesen an, dass die Münsteranerin bei einem Urlaub 2019 in Dänemark Sex mit ihrem Lebensgefährten im Beisein des Jungen hatte und es anschließend zum Missbrauch kam.

Die Angeklagte hatte kurz vor den Plädoyers überraschend noch ein Teilgeständnis abgelegt. Sie gab zu, ab Oktober 2019 den Missbrauch für möglich gehalten zu haben. Sie sei aber nicht in der Lage gewesen, die Beziehung zu beenden. In ihrem letzten Wort äußerte die 31-Jährige ihr Bedauern.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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