Gasleitung angesägt: Prozess wegen versuchten Mordes beginnt

Appen/Itzehoe - Weil er eine Gasleitung in seinem Keller angesägt haben soll, steht ein Mann aus Appen im Kreis Pinneberg von Montag an wegen Mordversuchs vor Gericht.

Das Gasleck wurde rechtzeitig entdeckt, die Feuerwehr evakuierte die Nachbarhäuser. (Symbolbild)
Das Gasleck wurde rechtzeitig entdeckt, die Feuerwehr evakuierte die Nachbarhäuser. (Symbolbild)  © Jörg Carstensen/dpa

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe will vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts beweisen, dass der Angeklagte am 19. März mit seiner Tat "eine Explosion und die daraus resultierende Lebensgefahr für zwei weitere im Gebäude befindliche Personen billigend in Kauf" nahm, wie ein Behördensprecher sagte. 

Glück für die Menschen: Das Gasleck wurde vorzeitig entdeckt, sodass es nicht zur Explosion kam. 

Der Mann war nach der Tat aus der Doppelhaushälfte geflüchtet. 

Die Freiwillige Feuerwehr musste damals rund 70 Nachbarn aus den umliegenden Gebäuden in Sicherheit bringen. 

Bis der Netzbetreiber die Gasverbindung zu dem Doppelhaus unterbrochen hatte, mussten die Menschen rund vier Stunden bis kurz nach Mitternacht außerhalb ihrer Häuser ausharren.

Update, 13.15 Uhr: Geständnis zu Prozessbeginn

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Montag der Prozess vor dem Landgericht Itzehoe begonnen.

Der Angeklagte bestätigte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, die Gasleitung in seinem Heizungskeller mit einer Metallsäge beschädigt zu haben. "Ich habe sie angesägt, das ist unumstritten", sagte er. Es sei eine "spontane" Tat gewesen – "ohne Vorbereitung und schnell ausgeführt." 

Der Mann ist laut Staatsanwaltschaft seit 1993 wegen einer Psychose in Behandlung. 

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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