Anklage nach 23 Jahren: Mörder endlich gefasst!

Küsnacht/Zürich (Schweiz) - Bereits im Juli 1997 soll ein Raubüberfall eskaliert und das Opfer am Tatort verstorben sein. Seither befand sich der Tatverdächtige, der jahrelang unbekannt blieb, auf der Flucht. Nun jedoch kann die Staatsanwaltschaft den Täter zur Rechenschaft ziehen.

Schweizer Polizisten konnten einen Erfolg in einem 23 Jahre alten Mordfall vermelden (Symbolbild).
Schweizer Polizisten konnten einen Erfolg in einem 23 Jahre alten Mordfall vermelden (Symbolbild).  © 123RF/photogearch

Anfang Juli 1997 fand die Zürcher Polizei in Küsnacht die Leiche einer 87-jährigen Frau in ihrer Villa. "Aufgrund der Situation vor Ort musste von einem Tötungsdelikt ausgegangen werden", teilte die Staatsanwaltschaft Zürich am heutigen Montag mit.

"Im Zuge der Spurensicherung konnte in der Wohnung des Opfers eine DNA-Spur einer unbekannten männlichen Person gesichert werden", so die Ermittler weiter. Doch die Spur verlor sich im Polizeiregister. Der Tatverdächtige trat bislang nicht in Erscheinung.

Umfangreiche Ermittlungen gegen Unbekannt wurden angestellt, doch nach vier Jahren letztlich eingestellt. Es mangelte an Hinweisen auf den Täter.

Im November 2016 tauchte jedoch dieselbe DNA-Spur an einem weiteren Raub-Tatort auf. Dieses Mal war der Mann in Thun (Berner Oberland in der Schweiz) tätig.

Zwischenzeitlich wurde der Tatverdächtige (77) jedoch in Spanien von der Polizei aufgegriffen. Eine Auslieferung wurde veranlasst.

Erneute Auslieferung beschlossen, Ermittlungen beendet: Tatverdächtiger muss erneut vor Gericht!

Der Mann wurde für einen Raub bereits verurteilt, die Mord-Verhandlungen beginnen erst noch (Symbolbild).
Der Mann wurde für einen Raub bereits verurteilt, die Mord-Verhandlungen beginnen erst noch (Symbolbild).  © 123RF/Marian Vejcik

Seit 2017 befindet sich der Mann deshalb in der Schweiz, seit Juni 2018 sogar in einem Gefängnis im Kanton Bern. Jedoch wurde er nur für den Raub in Thun verurteilt.

Die Auslieferung der spanischen Behörden bezog sich nämlich nur auf diesen einen Fall. Für den Vorwurf des Mordes musste eine neue Auslieferung erwirkt werden. "Der Beschuldigte wehrte sich dagegen mit Rechtsmitteln durch alle Instanzen", so die Staatsanwälte am Montag.

Doch er hatte keine Chance, die Beweise scheinen erdrückend zu sein. Im Februar dieses Jahr erfolgte schließlich die erneute Auslieferung. Der Mann bleibt also weiterhin in der Schweizer Justizvollzugsanstalt.

"Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich hat nun ihr Strafverfahren abgeschlossen und beim Bezirksgericht Meilen Anklage gegen den 77-jährigen Mann erhoben", erklärte die Behörde ihren späten Erfolg.

Der Verhandlungstermin vor Gericht wurde nicht mitgeteilt, steht wohl noch nicht fest.

Titelfoto: 123RF/photogearch

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