Mord-Prozess nach 25 Jahren: Deshalb sitzt nur einer der Angeklagten im Gericht

Lübeck - Am Freitag beginnt am Lübecker Landgericht der Prozess um einen 25 Jahre zurückliegenden Mord an einem Autohändler in Lübeck.

Der Prozess beginnt am Freitag vor dem Landgericht Lübeck.
Der Prozess beginnt am Freitag vor dem Landgericht Lübeck.  © Markus Scholz/dpa

Angeklagt sind ein heute 46-Jähriger und ein heute 56-Jähriger aus Litauen.

Sie sollen im Juli 1995 einen 44 Jahre alten Gebrauchtwagenhändler in seiner Wohnung erstochen haben, um an dessen Einnahmen zu gelangen.

Die beiden Tatverdächtigen waren nach der Tat zunächst im Ausland untergetaucht.

Erst 2015 führte nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein automatisierter Abgleich von europäischen DNA-Datenbanken zu einem Treffer.

Da Litauen die Auslieferung des 46-Jährigen bislang ablehnt, wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft voraussichtlich nur der ältere Tatverdächtige auf der Anklagebank sitzen.

Update, 17.06 Uhr

Zu Prozessbeginn ließ der Angeklagte über seine Verteidigerin erklären, er habe mit der Tat nichts zu tun. "Was geschehen ist, tut mir aber sehr leid", heißt es in der Erklärung. Der Prozess am Lübecker Landgericht geht am 12. August weiter. Ein Urteil soll voraussichtlich Anfang November fallen.

Sein ebenfalls aus Litauen stammender mutmaßlicher Mittäter war gar nicht erst zum Gerichtstermin erschienen. In einem Brief, den der Richter zu Beginn der Verhandlung verlas, entschuldigte sich der 46-Jährige Mann mit seiner angegriffenen Gesundheit und damit, dass Litauen seine Auslieferung nach Deutschland verweigert habe. 

Das Gericht beschloss deshalb, das Verfahren gegen den heute 46-Jährigen abzutrennen und vorläufig einzustellen. Beiden Männern wird Mord aus Habgier und zur Verdeckung einer anderen Straftat vorgeworfen.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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