Bluttat erschüttert den Norden: Warum mussten drei Menschen sterben?

Dänischenhagen/Kiel - Diese Bluttat erschütterte vergangenen Woche den Norden: In Dänischenhagen und Kiel wurden am Mittwoch zwei Männer und eine Frau erschossen. Inzwischen werden immer mehr Hintergründe des Falls bekannt.

Nach den Schüssen in Dänischenhagen bereiten sich Polizisten bereiten in Kiel auf ihren Einsatz vor.
Nach den Schüssen in Dänischenhagen bereiten sich Polizisten bereiten in Kiel auf ihren Einsatz vor.  © Frank Molter/dpa

Als dringend tatverdächtig gilt ein 47 Jahre alter Mann, der sich noch am Mittwochabend selbst bei der Polizei in Hamburg stellte.

Inzwischen sitzt der mutmaßliche Todesschütze in Untersuchungshaft. Die Taten bestreitet er nicht, das Motiv ist jedoch noch unklar.

Ermittler gingen allerdings schon früh von einem Eifersuchtsdrama aus.

Kinder auf offener Straße erschossen: Psychisch Instabiler verschanzt sich
Mord Kinder auf offener Straße erschossen: Psychisch Instabiler verschanzt sich

Der Mann soll zunächst seine von ihm getrennt lebende Ehefrau sowie einen 53 Jahre alten Mann in einem Haus in Dänischenhagen (Schleswig-Holstein) getötet haben. Ob die beiden ein Paar waren, konnte die Polizei noch nicht abschließend sagen. Vieles deutet jedoch darauf hin.

Die Frau, die vier minderjährige Kinder hinterlässt, soll ihren Ex-Partner zuvor mehrfach angezeigt haben. Zuletzt sei im Dezember 2020 eine Anzeige wegen Körperverletzung und Anfang des Jahres eine weitere wegen Bedrohung eingegangen, so die Polizei.

Der Tatverdächtige ist Jäger, besitzt zahlreiche Waffen. Die Ermittler vermuten, dass er mehrere scharfe Schusswaffen bereits vor der Tat hatte abgeben müssen. Bei einer Durchsuchung seiner Villa in Westensee seien allerdings noch mehrere Schreckschusswaffen gefunden worden. Auch bei seiner Festnahme in Hamburg hatte der Mann eine Waffe bei sich.

Im Hafenbecken von Eckernförde fanden Taucher der Polizei am Freitag weitere Waffenteile, die im Zusammenhang mit der Tat stehen sollen.

War der Killer ein Hitler-Fan?

In einem Wohnhaus fand die Polizei einen weiteren Toten.
In einem Wohnhaus fand die Polizei einen weiteren Toten.  © Axel Heimken/dpa

Nach den schrecklichen Ereignissen in Dänischenhagen fand die Polizei außerdem eine dritte Leiche eines 52-Jährigen in Kiel. Es soll sich um einen langjährigen Freund des Tatverdächtigen handeln.

Auch der Zusammenhang der beiden Taten ist nun Teil der weiteren Ermittlungen.

Wie nun die Bild-Zeitung berichtete, besaß der mutmaßliche Täter auch eine Waffe mit einer Gravur von Adolf Hitlers Leibstandarte. Laut Insidern habe er eine "große Faszination für die NS-Zeit" gehabt.

In einer extra dafür angemieteten Wohnung soll sich der 47-Jährige außerdem regelmäßig mit Prostituierten vergnügt haben.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0