Bluttat von Würzburg: Islamwissenschaftler bewerten Funde nach Messerangriff

Von Angelika Resenhoeft, Florian Gürtler

Würzburg - Die in der Obdachlosenunterkunft des Messerangreifers von Würzburg gefundenen Gegenstände werden derzeit von Islamwissenschaftlern bewertet.

Zahlreichen Menschen legten Trauerkerzen und Blumen am Tatort in Würzburg ab. Drei Frauen wurden bei der Attacke am Freitag getötet.
Zahlreichen Menschen legten Trauerkerzen und Blumen am Tatort in Würzburg ab. Drei Frauen wurden bei der Attacke am Freitag getötet.  © Nicolas Armer/dpa

"Aber wir sind bei Weitem noch nicht so weit, dass wir sagen können, wir haben es ausgewertet", sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) am Montag in München.

Zu den Funden zählen auch zwei Handys. "Wir gehen davon aus, dass sie ihm gehören", sagte der Sprecher mit Verweis auf den 24 Jahre alten Verdächtigen aus dem afrikanischen Bürgerkriegsland Somalia.

Welche weiteren Gegenstände nun untersucht und bewertet werden, sagte der Sprecher nicht. Damit ist unklar, ob unter anderem auch Schriftstücke entdeckt wurden, die auf ein politisches Motiv hindeuten könnten.

Genitalien verbrannt: Folterte syrischer Arzt 18 Menschen teilweise bis zum Tod?
Mord Genitalien verbrannt: Folterte syrischer Arzt 18 Menschen teilweise bis zum Tod?

Es gab Berichte darüber, bei der Obdachlosenunterkunft sei Propagandamaterial der radikal-islamischen Terror-Organisation "Islamischer Staat" (IS) gefunden worden. Auch soll der Täter bei der tödlichen Messerattacke "Allahu Akbar" (deutsch: "Gott ist groß") gerufen haben.

Bislang ist nicht bekannt, warum der Migrant am Freitag in Würzburg drei Frauen mit einem Messer tötete und sieben Menschen verletzte, fünf davon lebensbedrohlich.

Verdächtiger drohte schon früher mit Messer und war in Psychiatrie

Womöglich war der Mann geistig verwirrt oder psychisch krank, wie Ermittler vermuten. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Samstag darlegte, soll der verdächtige Somalier bereits im Januar Verhaltensauffälligkeiten an den Tag gelegt haben.

Bei einem Streit in der Obdachlosenunterkunft habe er ein Küchenmesser gezückt und damit gedroht, jedoch ohne einen anderen Menschen zu verletzten. Danach wurde der 24-Jährige laut Staatsanwaltschaft vorübergehend in eine Psychiatrie eingewiesen.

Es wird aber auch geprüft, ob islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten. Landesinnenminister Joachim Herrmann (64, CSU) wollte beides nicht ausschließen.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

Mehr zum Thema Mord: