Es war Mord: 54-Jähriger in Prozess-Neuauflage zu lebenslanger Haft verurteilt

Darmstadt - Wegen Mordes aus Eifersucht ist ein 54-Jähriger in Darmstadt zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Darmstadt hat in der Neuauflage des Prozesses den 54-jährigen Angeklagten nun wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt (Archivbild).
Das Landgericht Darmstadt hat in der Neuauflage des Prozesses den 54-jährigen Angeklagten nun wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt (Archivbild).  © DPA/Christoph Schmidt

Der Angeklagte hatte am Mittwoch vor dem Landgericht gestanden, sein 47 Jahre altes Opfer im August 2017 erwürgt zu haben.

Er hatte mit der Frau seit drei Monaten eine intime Beziehung, sie lebte getrennt von ihrem Ehemann, der Angeklagte hatte Ehefrau und fünf Kinder.

Die Leiche brachte der 54-Jährige in ein Waldgebiet bei Münster (Landkreis Darmstadt-Dieburg), wo sie nach zwölf Tagen entdeckt wurde. Der Angeklagte wurde im Elsass festgenommen.

Mit dem Urteil folgte das Gericht Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die für Mord aus Eifersucht und damit niedrigem Beweggrund lebenslange Haft für den Mann mit deutscher und türkischer Staatsbürgerschaft gefordert hatten.

Der Angeklagte habe mit einer Spionage-App festgestellt, dass sein späteres Opfer nachts online war und sich in die Vorstellung hineingesteigert, sie chatte mit anderen Männern.

Die Verteidiger hatten die Tat als Totschlag gesehen und auf eine zeitige Freiheitsstrafe plädiert, ohne ein Strafmaß zu nennen.

Der Angeklagte sei labil und verzweifelt gewesen, da seine Geliebte angekündigt habe, zu ihrem Mann zurückzukehren.

"Da spielen Eifersucht und Wut eine Rolle", sagte der Vorsitzende Richter

"Da spielten Eifersucht und Wut eine Rolle", sagte der Vorsitzende Richter Marc Euler in seiner Urteils-Begründung. "Diese Tötung hatte einzig und allein das Ziel, der Frau das Leben aus völlig nichtigen Gründen zu rauben."

Der Prozess war eine Neuauflage eines Verfahrens von 2018 (TAG24 berichtete). Damals hatte das Landgericht den Angeklagten wegen Totschlags zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im November 2019 auf, damit geprüft wird, ob es sich nicht doch um Mord handelte.

Titelfoto: DPA/Christoph Schmidt

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