Auftakt im Mord-Prozess um Lübcke: Witwe und Söhne nehmen teil

Kassel/Frankfurt - Am Auftakt des Prozesses gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (†65) werden die Ehefrau und die beiden Söhne des Ermordeten teilnehmen. 

Der Politiker war am 2. Juni 2019 getötet worden.
Der Politiker war am 2. Juni 2019 getötet worden.  © Swen Pförtner/dpa

"Wir wissen, dass der Prozess für uns mit Belastungen verbunden sein wird, die wir derzeit vollumfänglich noch gar nicht einzuschätzen vermögen", erklärten Irmgard Braun-Lübcke sowie die erwachsenen Söhne Christoph und Jan-Hendrik Lübcke am Mittwoch. 

Dennoch empfänden sie es als eine Verpflichtung, den Prozessbeginn vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Dienstag (16. Juni) zu verfolgen.

"Wir sind davon überzeugt, dass unsere Entscheidung richtig war, uns im Wege der Nebenklage der Anklage der Bundesanwaltschaft anzuschließen", sagte die Familie. 

Sie fühle sich den christlichen, sozialen und demokratischen Werten, für die Lübcke über Jahrzehnte hinweg eingetreten sei, verpflichtet. "Hass und Ausgrenzung waren ihm fremd – und in diesem Geist wollen auch wir dafür eintreten, dass Hass und Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft haben sollen."

Der 65-jährige CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) mit einem Kopfschuss getötet worden. Auslöser der Tat sollen Äußerungen Lübckes zur Aufnahme von Flüchtlingen gewesen sein. 

Die Ermittler gehen von einer rechtsextremistischen Motivation der beiden Angeklagten aus. Wegen Mordes müssen sich der mutmaßliche Schütze Stephan E. und ein mutmaßlicher Unterstützer verantworten.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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