Eltern mit Klappmesser getötet: Sohn legt unfassbares Geständnis ab

Bonn – In einem neu aufgerollten Doppelmordprozess vor dem Bonner Landgericht hat der Angeklagte (32) am Freitag erneut ein Geständnis abgelegt.

Der 32-Jährige wurde in erster Instanz wegen heimtückischen Mordes sowie Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. (Archivfoto)
Der 32-Jährige wurde in erster Instanz wegen heimtückischen Mordes sowie Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. (Archivfoto)  © Roberto Pfeil/dpa

Abermals räumte der 32-Jährige ein, seine Eltern an einem Abend im April 2019 mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Allerdings bestritt er, seinen 62-jährigen Vater - wie angeklagt - aus niedrigen Beweggründen oder heimtückisch im Schlafzimmer aufgesucht zu haben, um ihn zu töten.

Vielmehr habe er am Abend das Haus verlassen wollen, nachdem ihn die Eltern den ganzen Tag mit Fragen "schikaniert" hätten, erklärte der 32-Jährige. Als der Vater sich in den Weg gestellt habe, sei es zu einem Gerangel gekommen, in dessen Verlauf er ein Klappmesser gezogen und zugestochen habe.

Auf dem Weg zur Haustür sei er dann auf seine Mutter getroffen, die im Flur gerade den Notruf absetzte. Da sie sich ihm in den Weg gestellt habe, habe er auch sie mit dem Messer angegriffen (TAG24 berichtete).

Das Bonner Landgericht hatte den Angeklagten in erster Instanz bei der Tat als voll schuldfähig eingestuft. Es verurteilte den Sohn damals wegen heimtückischen Mordes zu Lasten des Vaters sowie Totschlags im Bezug auf die Mutter zu lebenslanger Haft. Dabei wurde eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Der Angeklagte hat die Tat vor Gericht erneut gestanden, jedoch Änderungen an seiner Aussage vorgenommen. (Archivfoto)
Der Angeklagte hat die Tat vor Gericht erneut gestanden, jedoch Änderungen an seiner Aussage vorgenommen. (Archivfoto)  © Roberto Pfeil/dpa

Sohn hat vor der Tat angeblich halluzinogene Pilze gegessen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil allerdings im November 2020 auf. Die obersten Richter hatten Zweifel an der Begründung, dass die Tötung des Vaters heimtückisch und damit Mord gewesen sein soll.

Der Fall wurde daher an eine andere Kammer des Bonner Landgerichts zur Neuverhandlung zurückverwiesen. Nun sind Termine bis in den März geplant.

Erstmalig erzählte der 32-Jährige am Freitag, dass er am Tattag nicht nur mehrere Flaschen Bier und einen Joint konsumiert, sondern auch 30 Gramm halluzinogene Pilze gegessen habe, die ihn in "einen traumähnlichen Zustand" versetzt hätten.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0