Freundin (†24) und Mutter (†53) getötet: 29-Jähriger kommt in Psychiatrie

Hamburg – Im Prozess um den gewaltsamen Tod zweier Frauen in Hamburg-Bramfeld haben sich die Staatsanwaltschaft, die Nebenklagevertreter und die Verteidigung für die dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in einer Psychiatrie ausgesprochen.

Bestatter transportieren im Februar im Stadtteil Bramfeld einen Sarg aus einem Mehrfamilienhaus ab.
Bestatter transportieren im Februar im Stadtteil Bramfeld einen Sarg aus einem Mehrfamilienhaus ab.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der 29-jährige Deutsche habe zwei Morde begangen. Dabei sei er aber aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig gewesen, erklärte die Staatsanwältin am Dienstag vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht.

Der Beschuldigte wäre weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit, sollte er seine Medikamente nicht mehr nehmen oder gar Drogen konsumieren.

Der 29-Jährige soll Anfang Februar seine 24-jährige Lebensgefährtin erwürgt oder mit einem Messer getötet haben. Seine 53 Jahre alte Mutter verletzte er mit zahlreichen Messerstichen, als sie die Wohnung nach einer Verabredung mit ihm betrat. Die Leichen fanden die Ermittler in der Wohnung des Mannes.

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Der Verteidiger argumentierte, in beiden Fällen sei der Beschuldigte subjektiv davon ausgegangen, dass die Frauen ihn töten wollten. Darum seien beide Tötungsdelikte als Totschlag zu bewerten.

Die Nebenklagevertreterin der Eltern der 24-Jährigen betonte, dass es bei dem Beschuldigten um eine durch Drogenkonsum hervorgerufene Psychose gehe.

Sie warnte davor, den Konsum von Cannabis und Kokain zu verharmlosen. Die Strafkammer wollte ihr Urteil noch am Dienstag verkünden.

Update, 17.03 Uhr: Landgericht verkündet Urteil

Das Landgericht Hamburg hat die dauerhafte Unterbringung des 29-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Der Beschuldigte leide an einer paranoiden Schizophrenie, die durch den dauerhaften Konsum von Cannabis ausgelöst worden sei, sagte die Vorsitzende Richterin Jessica Koerner am Dienstag. Er sei psychisch schwerst erkrankt und stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Forderungen von Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklagevertretern. Der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil an.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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