Getötete Kinder in Hanau: Mutter und Behörden-Mitarbeiter werden intensiv betreut

Hanau - Nach dem gewaltsamen Tod von zwei Kindern in Hanau bekommen die Mutter und Behörden-Mitarbeiter Hilfe.

Der Tod der beiden Geschwister hatte große Anteilnahme in der Bevölkerung von Hanau ausgelöst.
Der Tod der beiden Geschwister hatte große Anteilnahme in der Bevölkerung von Hanau ausgelöst.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Zurzeit brauchen alle, die Mutter natürlich ganz besonders, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit dem Fall betraut waren, intensive psychologische Beratung und Betreuung", sagte Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (60, SPD).

Die Stadt versuche nach Kräften, zu helfen. Alle, die mit dem Fall betraut waren, seien "zutiefst erschüttert".

Ob und welche Konsequenzen zu ziehen seien, solle analysiert werden, sagte der Bürgermeister, der am Montagabend in der Hanauer Stadtverordnetenversammlung zu dem Fall Stellung genommen hatte.

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Am vergangenen Mittwoch war vor einem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt ein schwer verletzter, elfjähriger Junge gefunden worden, der kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Seine siebenjährige Schwester wurde tot auf dem Balkon einer Wohnung im neunten Stockwerk des Hochhauses entdeckt, in der die Kinder mit ihrer Mutter lebten.

Der 47 Jahre alte Vater wurde am Samstag in der Nähe von Paris unter Mordverdacht festgenommen. Der Mann schweige nach wie vor zu den Vorwürfen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Familiäre Probleme waren dem Jugendamt bekannt

Die Mutter zog nach Angaben der Stadt Anfang des Jahres nach Hanau. Nach Bekanntwerden von familiären Problemen wurde demnach das Jugendamt aktiv und es sei sozialpädagogische Familienhilfe vereinbart worden. Dafür sei, wie in solchen Fällen üblich, ein infrage kommender freier Träger beauftragt worden.

Man wolle nun mit diesem Gespräche führen, die Situation analysieren und Lehren daraus ziehen, so Bürgermeister Weiss-Thiel. Ob sich Konsequenzen für den Träger ergeben, "werden wir nach den Gesprächen feststellen".

Derweil ist weiter unklar, wann der festgenommene Vater von Frankreich nach Deutschland überstellt wird. Das könne noch einige Zeit dauern, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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