Häftling kommt wegen Corona vorzeitig frei und tötet am nächsten Tag Unbekannten

Gibsonton (USA) - 100 Häftlinge wurden vorzeitig aus einem Gefängnis im US-Bundesstaat Florida entlassen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Einer von ihnen war scheinbar noch nicht bereit dazu.

Joseph Edward Williams (26).
Joseph Edward Williams (26).  © Hillsborough County Sheriff's Office

Der 26-jährige Joseph Edward Williams gehörte zu den 100 Glücklichen, die am 19. März früher als erwartet aus dem Gefängnis kamen.

Er saß "nur" wegen Drogendelikten ein und wartete auf seinen Gerichtsprozess. Damit er sich nicht mit der neuartigen Lungenkrankheit infiziert, wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen und sollte zu Hause auf den Prozesstermin warten, berichtete der US-amerikanische TV-Sender Fox News.

Doch am vergangenen Montag wurde der junge Mann erneut verhaftet - und kommt wahrscheinlich nicht so schnell wieder auf freien Fuß.

Williams soll nämlich schon am Tag nach seiner Freilassung einen Unbekannten ermordet haben, lautet die neue Anklage.

Mord am Tag nach Haftentlassung

Der 26-Jährige musste wieder ins Gefängnis. (Symbolbild)
Der 26-Jährige musste wieder ins Gefängnis. (Symbolbild)  © 123RF/lightfieldstudios

"Es steht außer Frage, dass Joseph Williams diesen gesundheitlichen Notfall ausgenutzt hat, um Verbrechen zu begehen", erklärte Sheriff Chad Chronister dem Fernsehsender.

Und weiter: "Jeder Mord, jedes Gewaltverbrechen, insbesondere das mit einer Waffe, ist ein widerliches Beispiel für das Schlimmste in unserer Gemeinde, insbesondere in einer Zeit, in der unsere Stadt unermüdlich daran arbeitet, die Ausbreitung des tödlichen Covid-19 zu bekämpfen."

Der Angeschossene wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, verstarb aber am Tag nach der schrecklichen Tat. Nach den ersten Ermittlungen wurde Joseph Edward Williams festgenommen.

Der Ex- und zugleich Neu-Häftling ist im Besitz eines umfangreichen Vorstrafenregisters, wie der Sheriff offenlegte. Unter anderem Einbruch konnte Williams vor der neuerlichen Tat nachgewiesen werden. Aber auch der Besitz einer Schusswaffe. 

Insgesamt soll er schon etwa 35 Mal festgenommen worden sein, teilte das Büro des Sheriffs Fox News mit. 

Jetzt droht ihm ein neues Verfahren wegen Mordes zweiten Grades, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie dem Besitz einer Waffe, Drogen und Utensilien zum Konsum von Drogen.

Titelfoto: 123RF/lightfieldstudios, Hillsborough County Sheriff's Office

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