Hier werden Mord-Ermittler in Rente nochmal zur Arbeit gebeten

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen erprobt neue Wege bei der Aufklärung von Tötungsdelikten, die lange Zeit nicht gelöst werden konnten - sogenannte cold cases.

Andreas Müller (l-r), Leiter Operative Fallanalyse, LKA, erklärt Innenminister Herbert Reul (68, CDU) eine Infotafel mit "Cold-Case" Statistik. Rechts im Bild Ingo Wünsch, Direktor Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen.
Andreas Müller (l-r), Leiter Operative Fallanalyse, LKA, erklärt Innenminister Herbert Reul (68, CDU) eine Infotafel mit "Cold-Case" Statistik. Rechts im Bild Ingo Wünsch, Direktor Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen.  © David Young/dpa

Das Land werde 28 pensionierte Alt-Ermittler einstellen, um solche Fälle neu aufzurollen, kündigte NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) am Freitag in Düsseldorf an.

Das zunächst auf ein Jahr ausgelegte Projekt sei einmalig im deutschsprachigen Raum, sagte der Direktor des Landeskriminalamts (LKA), Ingo Wünsch.

"Wir suchen Leute mit einer immer noch guten Spürnase, die Lust haben, jeden Stein noch mal umzudrehen, um die Täter zu kriegen", sagte Reul.

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Fünf seien schon in der Auswahl. Neben der Identifizierung neuer Ermittlungsansätze, die sich auch aus moderner Kriminaltechnik ergeben könnten, sollten die pensionierten Mordermittler helfen, alle 1160 seit 1970 ungelösten Tötungsdelikte in digitalisierter Form in die "Cold-Case-Datenbank" des LKA einzuspeisen.

Sie war 2017 aufgebaut worden und ist nach Angaben des Ministers in ihrer Systematik bundesweit einzigartig.

NRW will unaufgeklärte Mordfälle neu aufrollen

NRW-Innenminister Herbert Reul stellte das Projekt am Freitag vor.
NRW-Innenminister Herbert Reul stellte das Projekt am Freitag vor.  © David Young/dpa

Bislang seien 261 Altfälle schon in die Datenbank aufgenommen worden, davon seien 23 inzwischen neu aufgerollt und zwei Täter wegen Mordes verurteilt worden.

Die Ressourcen reichten aber nicht.

"Bei der Geschwindigkeit werden wir nie fertig", sagte Reul.

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Nun müsse diese wichtige Aufklärungsarbeit durch mehr Personal und eine "Cold-Case-Sonderkommission" beschleunigt werden.

"Die Angehörigen und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, dass die Fälle aufgeklärt werden", erklärte er die Initiative.

"Die Täter sollen sich fürchten müssen."

Titelfoto: David Young/dpa

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