Arzt soll zwei Corona-Patienten getötet haben, um freie Betten zu schaffen

Brescia (Italien) - Weil er Platz in seiner Klinik schaffen wollte, griff der Chefarzt des Montichiari-Spitals offenbar zu drastischen Mitteln.

Zwei Krankenhausmitarbeiter in Schutzanzügen schieben ein Bett auf die Krankenstation. Italien wurde im vergangenen Frühjahr besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen.
Zwei Krankenhausmitarbeiter in Schutzanzügen schieben ein Bett auf die Krankenstation. Italien wurde im vergangenen Frühjahr besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen.  © Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Carlo Mosca (47) wird vorgeworfen, im vergangenen März zwei seiner Patienten vorsätzlich getötet zu haben.

Die Beschwerde einer Krankenschwester des Krankenhauses führte zu mehreren Untersuchungen.

Bei der Durchsicht der Krankenakten fiel den Experten in einigen Fällen auf, dass sich der Gesundheitszustand der betreffenden Covid-19-Patienten vor ihrem Tod auf unerklärliche Weise schlagartig verschlechtert hatte.

Um sie einer genauen toxikologischen Untersuchung unterziehen zu können, wurden die Leichen dreier Verstorbener exhumiert.

Infolgedessen wurde Mosca zunächst suspendiert und am Montag verhaftet. Nun steht er vor Gericht.

Wie Il Messaggero berichtet, soll er seinen beiden Opfern einen gefährlichen Medikamenten-Mix verabreicht haben. Dabei handelte es sich um Propofol und Sucinylcholin, die normalerweise unmittelbar vor der Sedierung und Intubation eines Patienten verabreicht werden - das war aber bei den beiden Verstorbenen nicht der Fall.

Krankenpfleger kritisierten Verhalten in Mitarbeiter-Chat

Carlo Mosca soll seinen beiden Opfern einen gefährlichen Medikamenten-Mix verabreicht haben. (Symbolbild)
Carlo Mosca soll seinen beiden Opfern einen gefährlichen Medikamenten-Mix verabreicht haben. (Symbolbild)  © 123rf/ Iurii Golub

Außerdem wurde die Vergabe in den Akten der Corona-Patienten nicht vermerkt.

Infolgedessen starb sein erstes Opfer am 20. März im Alter von 61 Jahren. Der andere Verstorbene war 80 Jahre alt und starb am 22. März.

Der Richter sagte laut Il Messaggero: "Es muss davon ausgegangen werden, dass Mosca die oben genannten Medikamente nicht aus Unachtsamkeit, Unvorsichtigkeit oder unentschuldbarer Unerfahrenheit verabreicht hat – sondern im vollen Bewusstsein seines Verhaltens und mit dem Willen zu töten."

Ein Mitarbeiter-Chat seiner Kollegen untermauert diese Vermutung: "Ich bin nicht bereit, Patienten zu töten, nur weil er ein paar Betten frei machen will", lautet eine der WhatsApp-Nachrichten.

Der 47-Jährige selbst weist alle Vorwürfe von sich. "Ich bestreite, diese Medikamente verabreicht zu haben", lässt er über seine Anwälte verkünden. Während die Ermittlungen weiter andauern, steht der Mediziner unter Hausarrest.

Titelfoto: 123rf/ Iurii Golub

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