"Kannibale von Berlin" unter Mordanklage gestellt!

Berlin - Dieser Fall hat die Menschen im vergangenen Winter schockiert: Am Dienstag hat die Berliner Staatsanwaltschaft den "Kannibalen von Berlin" unter Mordanklage gestellt.

Ein Polizeiauto steht bei einem Feld an der Autobahnabfahrt Schönerlinder Straße im Berliner Ortsteil Französisch Buchholz. Hier wurden im November 2020 die ersten Leichenteile gefunden.
Ein Polizeiauto steht bei einem Feld an der Autobahnabfahrt Schönerlinder Straße im Berliner Ortsteil Französisch Buchholz. Hier wurden im November 2020 die ersten Leichenteile gefunden.  © Morris Pudwell

Der 41-jährige Stefan R. wird beschuldigt, den 44-jährigen Stefan T. aus Berlin-Lichtenberg am 6. September 2020 in seiner Wohnung in Berlin-Pankow auf bislang nicht bekannte Weise getötet zu haben.

Die beiden Männer sollen sich am selben Tag über ein Dating Portal kennengelernt haben. Bei der Tötung soll laut Anklageschrift die "Befriedigung des Geschlechtstriebs" eine zentrale Rolle gespielt haben.

Anschließend habe der Beschuldigte die Leiche des Opfers in seiner Wohnung zerteilt und die Leichenteile an verschiedenen Orten in der Hauptstadt abgelegt.

Die Staatsanwaltschaft geht "von einer sadistisch-kannibalistisch geprägten sexuellen Tatmotivation" aus.

Spaziergänger hatten im November 2020 beim Gassigehen am Rand eines Waldstücks in Berlin-Buch einen grausigen Knochenfund gemacht. Später wurden weitere menschliche Überreste entdeckt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin informiert bei Twitter über die Mordanklage gegen Stefan R.

Der Fall Stefan R. erinnert an Armin Meiwes, den "Kannibalen von Rotenburg"

Polizeibeamte untersuchen mit einem Spürhund die Fundstelle.
Polizeibeamte untersuchen mit einem Spürhund die Fundstelle.  © Morris Pudwell

Die Spur führte schließlich zu dem 41-jährigen Mathelehrer aus Pankow. Die Auswertung seines Chatverlaufs und die Ermittlung des Taxifahrers, der das Opfer zur Wohnung des Beschuldigten gefahren hatte, erhärteten den Verdacht schließlich.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, habe eine vorherige Einwilligung des Opfers nicht vorgelegen, wie 2001 im Fall von Armin Meiwes (59), dem "Kannibalen von Rotenburg".

Meiwes hatte im Internet einen "18- bis 30-jährigen Mann zum Schlachten" gesucht. 2006 wurde er in einer Nachverhandlung vom Landgericht Frankfurt am Main zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Stefan R. muss sich nun vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin wegen Mordes verantworten. Er befindet sich seit dem 18. November 2020 in Untersuchungshaft und schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Titelfoto: Morris Pudwell

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