Soldat tötet zweifache Mutter mit 37 Messerstichen: Schuldunfähig

Kiel – Nach dem Mord an einer zweifachen Mutter in Preetz (TAG24 berichtete) muss ein heute 26-Jähriger dauerhaft in der geschlossenen Psychiatrie bleiben.

Das Kieler Landgericht entschied: Der 26-Jährige muss dauerhaft in die Psychiatrie.
Das Kieler Landgericht entschied: Der 26-Jährige muss dauerhaft in die Psychiatrie.  © Markus Scholz/dpa

Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision des Mannes gegen das Urteil des Kieler Landgericht vom 25. November als unbegründet. Damit ist der Richterspruch des Sicherungsverfahrens gegen den Asylbewerber aus Afghanistan rechtskräftig.

Die Nachprüfung des Urteils habe "keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Beschuldigten ergeben", heißt es in dem Freitag veröffentlichten BGH-Beschluss. 

"Zwar bestehen im Hinblick auf die Annahme des Mordmerkmals der Heimtücke unter den hier gegebenen Umständen Bedenken". Der 5. Strafsenat "muss dies allerdings nicht entscheiden, da auch eine Wertung der Anlasstat als Totschlag die Unterbringung trägt". Der Senat fasste den Beschluss laut Mitteilung bereits am 31. März.

Der verurteilte Ex-Soldat brachte das Opfer Anfang April mit mindestens 37 Messerstichen in ihrem Reihenhaus um. Die Frau verblutete. Beide hatten sich bei Nachbarn kennengelernt und zeitweise eine Beziehung geführt. 

Sie wollte ihm helfen, erkannte dann laut Urteil seine seelische Erkrankung und die von ihm ausgehende Bedrohung. Trotz ihrer Warnungen blieb die paranoide Schizophrenie nach Feststellungen des Gerichts unbehandelt, weil Ärzte ihn falsch diagnostizierten.

Messerstecher stellte sich der Polizei

Bestraft werden konnte der 26-Jährige nicht. Er gilt aufgrund der Erkrankung als schuldunfähig. Weil er auch zukünftig eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, verfügte das Schwurgericht die dauerhafte Unterbringung. 

Sie wird in Abständen gutachterlich überprüft. Der Verurteilte kam im Juli 2015 nach Deutschland, wurde schließlich in Preetz untergebracht.

Nachdem er erfolglos Asyl beantragte, wurde er depressiv und begann Alkohol und Drogen zu nehmen. Er stellte sich kurz nach der Tat der Polizei.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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