Leiche von Matheus (28) lag wochenlang in seiner Wohnung: Prozess gegen 46-Jährigen beginnt

Hamburg - Dieser Fall sorgte in ganz Hamburg für großes Entsetzen: Vier Monate lang hatten Angehörige nach dem 28-jährigen Matheus A. gesucht, er war nach einer Party nicht mehr nach Hause zurückgekehrt (TAG24 berichtete). 

Seit September 2019 galt der junge Mann als vermisst.
Seit September 2019 galt der junge Mann als vermisst.  © Polizei

Nach umfangreichen Ermittlungen fand die Polizei schließlich am 19. Januar die Leiche des jungen Mannes in der Wohnung eines 46-Jährigen in der Hamburger Neustadt.

Anwohner hatten sich mehrfach über einen unangenehmen Geruch in dem Häuserkomplex am Venusberg beschwert. 

Als die Ermittler die Leiche von Matheus fanden, war diese bereits stark verwest. 

Der Mieter der Erdgeschosswohnung steht von Freitag an wegen Mordes vor Gericht.

Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hatten die beiden Männer im September 2019 gemeinsam eine private Geburtstagsfeier besucht. 

Anschließend soll der 46-Jährige den 28-Jährigen dazu überredet haben, noch mit in seine Wohnung zu kommen. Dort soll er dem Brasilianer ein Getränk angeboten haben, dem er eine potenziell tödliche Menge Ecstasy-Amphetamin-Mischung zugefügt hatte. 

Schließlich soll er den betäubten 28-Jährigen im Schlafzimmer sexuell missbraucht haben. 

Weil der sich aber wehrte, sei der Angeklagte gewalttätig geworden. Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft mit dem Mord versucht haben, die zuvor begangenen Straftaten zu vertuschen. 

Die Polizei fand die Leiche von Matheus in einer Wohnung in der Hamburger Neustadt.
Die Polizei fand die Leiche von Matheus in einer Wohnung in der Hamburger Neustadt.  © JOTO

Der Prozess wegen Mordes, Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung beginnt am kommenden Freitag. Der Angeklagte, der die italienische und die französische Staatsbürgerschaft besitzt, streitet die Tat ab.

Dem 46-Jährigen wird zudem ein zweiter Fall im Sommer 2018 vorgeworfen. Dort soll er bei einer Open-Air-Party einem Mann ein Getränk mit k.o-Tropfen gegeben haben, den Bewusstlosen sexuell missbraucht und davon Fotos und Videos gemacht haben. 

Als er das Opfer mit dem Material erpressen und zu einer weiteren Nacht zwingen wollte, ist der Mann zur Polizei gegangen.

Titelfoto: JOTO/Polizei

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0