Lieber schwedische Gardinen als gar keine Fenster: Obdachloser gesteht Mord

London - Besser spät als nie: Ein fast vier Jahrzehnte alter Mordfall konnte im Vereinigten Königreich aufgeklärt werden. Ohne ein Geständnis wäre die Spur wohl kalt geblieben, doch der Täter möchte nicht mehr auf der Straße schlafen.

Der Strafgerichtshof Old Bailey verhandelt bedeutende Kriminalfälle im Vereinigten Königreich und steht an der Stelle des mittelalterlichen Stadttores Newgate in London.
Der Strafgerichtshof Old Bailey verhandelt bedeutende Kriminalfälle im Vereinigten Königreich und steht an der Stelle des mittelalterlichen Stadttores Newgate in London.  © 123rf/chrispictures

Mit einer bizarren Begründung hatte ein Obdachloser in England nach fast 38 Jahren einen Mord gestanden - nun ist der Mann zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.

"Wissen Sie was, ich bin obdachlos, ich werde nicht mehr auf der Straße schlafen", sagte der heute 59-Jährige einem Beamten, als er sich nach Jahrzehnten stellte. "Soll doch die Regierung nach mir sehen."

Das Londoner Strafgericht Old Bailey verurteilte den Mann am Donnerstag zu 15,5 Jahren hinter Gitter. Es handele sich um eine schreckliche Gewalttat, die seit Jahrzehnten auf dem Gewissen des Täters gelastet habe, so das Gericht.

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Im Prozess hatte sich der Obdachlose schuldig bekannt, im Dezember 1983 einen 50-Jährigen getötet zu haben. Er habe ihn mit einem Marmor-Aschenbecher erschlagen, als er sich über eine Bemerkung des Mannes geärgert habe.

Der Fall war 1985 zu den Akten gelegt worden. Nach dem Geständnis konnten die Beamten DNA, die damals an einer Zigarettenkippe am Tatort gefunden worden war, dem Täter zuordnen.

Titelfoto: 123rf/chrispictures

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