Frau mit Auto und Axt getötet: Das sagt der Angeklagte

Limburg an der Lahn - Im Mordprozess um die äußerst brutale Attacke auf eine Frau mitten in Limburg wird am heutigen Mittwoch die Aussage des Angeklagten erwartet.

Mitarbeiter der Spurensicherung stehen in Limburg an dem Wrack eines dunklen Autos, unter dem die Leiche einer Frau liegt.
Mitarbeiter der Spurensicherung stehen in Limburg an dem Wrack eines dunklen Autos, unter dem die Leiche einer Frau liegt.  © Boris Roessler/dpa

Bei der Verhandlung ab 9 Uhr vor dem Landgericht Limburg sollen Angaben zum Werdegang des Mannes und zum Tattag im Mittelpunkt stehen.

Die Verteidigung hatte zu Beginn des Verfahrens in der vergangenen Woche eine Aussage des Angeklagten angekündigt.

Der 34-jährige Deutsche soll im Oktober 2019 in der Weiersteinstraße in Limburg seine Frau mit einem Auto überfahren und sie danach mit einer Axt und einem Beil attackiert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deswegen heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen begangenen Mord vor.

Das Motiv sehen die Ermittler in der zuvor erfolgten Trennung des Paares. Die Familie hatte in Rheinland-Pfalz gelebt. Zum Tatzeitpunkt wohnte die Frau in einem Limburger Frauenhaus.

Die Bluttat im Oktober hatte bundesweit großes Aufsehen erregt. Die Brutalität der Attacke hatte viele Menschen schockiert.

Brutale Attacke in Limburg: Frau starb durch Kollision mit Auto

Die Obduktion der getöteten Frau hatte Ende Oktober 2019 ergeben, dass die 31-Jährige bereits durch die Kollision mit dem Auto starb. Ein Foto vom Tatort zeigt, dass die Leiche der Frau unter dem Wagen lag.

Sie war also bereits tot, als mit einer Axt auf sie eingeschlagen wurde.

Update, 13.35 Uhr: Angeklagter schildert Tat teilweise

Das Foto vom 12. Mai zeigt den Angeklagten (l) neben seinem Verteidiger Wolfgang Stahl.
Das Foto vom 12. Mai zeigt den Angeklagten (l) neben seinem Verteidiger Wolfgang Stahl.  © Joachim Heidersdorf/dpa

Im Mordprozess um die brutale Attacke mit einer Axt auf eine Frau mitten in Limburg hat der Angeklagte die Tat teilweise geschildert.

Der 34-Jährige gab am Mittwoch vor dem Landgericht Limburg zu, mit einem Mietwagen von hinten auf seine Frau zugefahren zu sein.

Es sei alles sehr schnell gegangen. Er habe die Fahrer-Assistenzsysteme ausgeschaltet, die Augen geschlossen und geschrien, erklärte der Angeklagte. "Ich glaube, ich habe nicht gebremst."

An den weiteren Verlauf der Tat erinnere er sich nicht. Er erinnere sich an Schreie, an ein Handy neben einer Tasche und dass seine Frau unterhalb des Autos gelegen habe. "Es tut mir leid", sagte der Angeklagte.

Der Angeklagte soll die Frau nach der Attacke mit dem Auto auch noch mit einem Beil und einer Axt angegriffen haben. Die Ermittler gehen von etwa 18 Hieben gegen den Kopf- und Halsbereich aus. Die Frau habe aber bereits bei der Kollision tödliche Verletzungen erlitten.

Der Angeklagte hatte einen Privatdetektiv engagiert, um den Aufenthaltsort seiner Frau herauszubekommen. Er habe gewollt, dass seine Frau denselben Schmerz verspüre wie er und wollte ihr zunächst die Kinder "entreißen", erklärte der Angeklagte vor Gericht.

Kurz vor der Tat habe er den Entschluss gefasst, dass sowohl er als auch seine Frau sterben sollten. "Ich wollte, dass es da endet."

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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